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Die Insel der Besinnung

1250 Jahre scherzligen«Gönn dir eine Stunde Scherzligen»: Unter diesem Motto steht das Jubiläumsjahr der Thuner Scherzligkirche. Denn das Juwel feiert heuer seinen 1250.Geburtstag. Ein Jahr lang wird auf spezielle Art gefeiert.

Sie ist eine der über 1000-jährigen Thunersee-Kirchen, und sie gilt seit je als Kraftort: Die Rede ist von der «Kirche Unserer Lieben Frau zu Scherzligen». Dieses Jahr feiert das Juwel, das der Maria geweiht ist, seinen 1250.Geburtstag. Für die Kirchgemeinde Thun-Strättligen, den Scherzlig-Pfarrer Markus Nägeli und sein Team ist das Grund genug, einen ganzen Jahresreigen an Jubiläumsveranstaltungen zu organisieren. «Aber um ‹Eventitis› geht es uns nicht – ganz im Gegenteil», stellt Nägeli klar. Stattdessen soll Scherzligen wieder verstärkt als das wahrgenommen werden, was es jahrhundertelang war: «Ein Ort der Besinnung, der Einkehr. Ein Ort, wo wir Menschen Kraft schöpfen können», sagt der Pfarrer. Auch deshalb sei er auf den Slogan «Gönn dir eine Stunde Scherzligen» gekommen. Mehr Gottesdienste Wichtig ist ihm, dass in Scherzligen vermehrt Gottesdienst gefeiert werden kann. «Meine Pfarrkollegen haben sich bereit erklärt, dass während des Jubiläumsjahrs jeden Sonntag ein Gottesdienst in der Scherzligkirche stattfinden kann», sagt Nägeli. Im Gegenzug werden die Gottesdienste in der Thuner Johanneskirche reduziert. Markus Nägeli und sein Team bieten seit einiger Zeit wiederkehrende Anlässe mit meditativem Charakter oder Liturgiefeiern, die dem Geheimnis der «Kirche Unserer Lieben Frau zu Scherzligen» Rechnung tragen, an. «All diese Anlässe wie der meditative Tanz, ökumenische Taizé-Abendgebete oder die Feiern zu Johannisnacht und Maria Himmelfahrt bleiben bestehen», führt der Pfarrer aus. Zusätzlich wird ab März immer mittwochs und freitags von 16.30 bis 18 Uhr eine Insel der Besinnung angeboten und mit einem liturgischen Abendgebet abgeschlossen. «Es wird immer jemand die Kerzen anzünden und anwesend sein. So können Besucher in die Stille und die Atmosphäre der Scherzligkirche eintauchen», sagt Nägeli. Nicht nur Besinnung Doch nicht nur Besinnung und Ruhe stehen im Zentrum des 1250-Jahr-Jubiläums. Das Kirchenjuwel wird auch mit einer Referatsreihe in seinen kulturhistorischen und theologischen Kontext gebettet. Den Auftakt macht diesen Donnerstag, 26.Januar, der bekannte Theologe Fulbert Steffensky, mit dem Thema «Kirchen – kostbare Orte», begleitet von Urs Schweizer am Cembalo. Scherzligen im Frühmittelalter, im Zeitalter der Reformation, als Kraftort oder als Ort liturgischer Musik wird ebenfalls in Referaten von ausgewiesenen Experten beleuchtet; geplant ist auch ein Podiumsgespräch im November, an dem Lokalhistoriker mitwirken. «Die Scherzligkirche braucht Raum und Luft, sonst verliert sie ihre Wirksamkeit als Kraftort», glaubt Nägeli. Genau dem will er im Jubiläumsjahr Rechnung tragen, nicht zuletzt mit Blick auf die umstrittene Überbauung der benachbarten Schadaugärtnerei, die für viele einer Beeinträchtigung der Scherzligkirche gleichkommt.HeinerikaEggermann DummermuthWeitere Informationen: www.scherzligen.ch>

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