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Die gemeinsame Rettung der Drachenreiter

ThunerseeDie Seerettung Thunersee führte beim Neuhaus in Unterseen ihre jährliche Grossübung durch. Zusammen mit dem Rettungsdienst FMI und der Seepolizei wurde das Bergen und Retten der Kitesurfer geübt.

Seit ein paar Jahren gibt es sie wieder, die Drachen des Thunersees. Allerdings nicht im, sondern auf dem See. Nicht das Feuer, sondern der Wind ist ihr Atem. «Zum Starten braucht ein Kitesurfer mindestens drei oder vier Beaufort», sagt Roland Bühlmann, Geschäftsführer der Seerettung Thunersee und selbst Kitesurfer (siehe Kasten). Beaufort ist die Skala zur Einschätzung der Windgeschwindigkeit. Das bedeute, dass die Sportart als eher gefährlich eingestuft werde. «Kitesurfer können bei gutem Wind bis zu 13 Meter hoch springen», sagt er. Dementsprechend wichtig sei bei Unfällen eine schnelle und fachkundige Bergung und Rettung. Roland Bühlmann ist mit seinem Team für den technischen Bereich der Rettung zuständig. Damit die Zusammenarbeit der drei Organisationen Seerettung, Rettungsdienst und Polizei im Notfall reibungslos funktioniert, haben Bühlmann und Stephan Bauer, Ausbildungsleiter des Rettungsdienstes FMI, beim Neuhaus in Unterseen eine Weiterbildung organisiert. Simuliert wurden dabei drei Kitesurfunfälle, wobei einer medizinischer, die anderen beiden technischer Art waren. «Bei der Rettung muss der Wind sofort aus dem Kite geführt werden, damit der Schirm keine Angriffsfläche mehr bietet», erklärte Bühlmann. Kampf der Unterkühlung Beim Verdacht auf eine verletzte Person werde von der Seerettung sofort der Rettungsdienst aufgeboten, sodass auf demjenigen Boot, das den Patienten aufnehme, auch diplomiertes Rettungspersonal vor Ort sei. «Die Prioritäten bei einer Rettung im Wasser müssen anders gesetzt werden», sagt Bauer. Im Vordergrund stünden Situation erkennen, Wärmeerhalt und zeitliche Dringlichkeit, da eine medizinische Versorgung nur an Land gewährleistet sei. Deshalb stehe am Ufer eine Ambulanz bereit. Mit der Übung waren die Beteiligten zufrieden. Interesse, Ernst und Engagement der dreissig Teilnehmenden seien gross gewesen. Beim gemeinsamen Grillen ist laut Bauer der Leitsatz «In Krisen Köpfe kennen» schliesslich noch vertieft worden. Sonja L. Bauer>

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