Zum Hauptinhalt springen

«Die Flughöhe ändern!»

Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um das Thema Destinationenverdichtung geht. Seine Idee: eine Destination Bern–Jungfrau «Wir müssen die Flughöhe ändern», sagt Urs Kessler. Sonst werde kein Jet-Stream erreicht, der den Tourismus vorantreibe. Denn: «Seit 1997 ist im Kanton Bern nichts gelaufen. Wir sind keinen Schritt vorwärts gekommen.» Es sei vor allem viel Zeit verwendet worden, über Lösungen zu debattieren, passiert sei wenig. «Wir müssen im Grossen denken und dürfen uns nicht mehr in zu kleinen Strukturen verstricken.» Deshalb fordert Urs Kessler den Kanton auf, eine Koordinationsstelle zu schaffen. Der CEO der Jungfraubahnen hat konkrete Vorstellungen: Bei Grossveranstaltungen wie der Internationalen Tourismusmesse Berlin (ITB) müsse der Kanton Bern als Einheit unter einem Dach der Marke Bern–Jungfrau auftreten. Dort könnten sich die einzelnen Partner dann präsentieren. «Egal, wer da hingeht. Hauptsache, wir fallen dank eines grossen Auftritts besser auf als bisher.» An solchen Messen erkennt Kessler immer wieder, dass das Wallis, Graubünden und der Tessin mehr Aufmerksamkeit erregen, weil die einzelnen Regionen gemeinsam auftreten. «Ihnen müssen wir die Stirn bieten. Erst dann geht es um den europäischen und die anderen Märkte», sagt der Bahnchef. Dabei spielten Kooperationen eine wichtige Rolle. Das Produkt müsse aber vor Ort entstehen, entweder von den einzelnen Urlaubsorten oder von mehreren gemeinsam, wie ein Skipass, der in mehreren Gebieten gültig ist. Ist Urs Kessler Vordenker oder Querkopf? «Meine Ideen sorgen für Diskussionen, viele Reaktionen fallen positiv aus.» Will sich der CEO der Jungfraubahnen mit der Schaffung der Grossdestination gar den Posten als Super-Tourismusdirektor sichern? «Nein», lacht Kessler, «mein jetziger Job gefällt mir sehr.» Es sei jedoch im Interesse seines Unternehmens, dass genug Gäste im Kanton Bern logierten, welche die Bahnen befördern könnten. «Deshalb veranstalten wir auch Grossanlässe wie das Interfolk und das Snowpenair. Wir sind interessiert an einer attraktiven Urlaubsregion, die über die notwendige Stärke verfügt, um sich erfolgreich im Tourismusmarkt zu positionieren.» Für die Realisierung seiner Vision, mit dem Tourismusmarketing eine andere Flughöhe zu erreichen, hofft Urs Kessler auf das Engagement der Politiker. Denn: «Es braucht Koordination, nicht Druck von oben.»sum >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch