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Die Finessen eines Auftritts

Zum 20.Mal führt Bruno Studer aus Ramsei Regie bei der jährlichen Theateraufführung des Jodlerklubs Grosshöchstetten. Das Handwerk dazu hat der Verwaltungsangestellte in verschiedenen Kursen gelernt.

«Itze hets gschället», ruft der Postbote, der mit kräftigen Schritten daherkommt. Sofort erhebt sich Bruno Studer vom Sofa. «Du darfst ruhig noch mehr Kraft in deine Stimme legen», sagt er zum Laienschauspieler und führt ihm die Szene gleich selbst vor. Bruno Studer, der mit seiner Familie in Ramsei wohnt, kennt die Finessen eines ausdrucksstarken Auftritts. In zahlreichen Regiekursen hat er gelernt, wie sich ein Schauspieler in Szene setzen kann. «Das Theater ist meine Leidenschaft», sagt der zweifache Familienvater, der dieses Jahr ein Jubiläum feiert: Zum 20.Mal in Folge inszeniert der 56-Jährige mit dem Jodlerklub Grosshöchstetten ein Theaterstück. Immer genug Freiwillige Studer, der damals durch die Anfrage eines Bekannten zum «Posten» kam, erinnert sich gerne zurück. In all den Jahren habe es nie an Darstellern gemangelt. «Und allemal waren die Laienschauspieler motiviert und mit Eifer dabei», erzählt der 56-Jährige, der bei der kantonalen Verwaltung in Burgdorf arbeitet und im Gemeinderat von Lützelflüh sitzt. Aus verschiedenen Stücken wähle jeweils im Frühling eine mehrköpfige Theaterkommission eines aus, erzählt Studer, der seinerseits zum Beirat zählt. Geübt werde dann ab Ende Sommer im Kirchgemeindehaus Zäziwil. «Und erst die letzten paar Mal finden die Proben auf der Bühne statt.» Diese Saison wird das Volksschauspiel «Friede im Huus» von Max Ritter zum Besten gegeben. Premiere ist im Januar 2010. Die Handlung ist verworren: Ein eigensinniger und vergrämter Bauer lebt ständig im Streit mit seinen Mitmenschen. Bei seinem Streben nach Geld macht er keinen Halt vor der Ausbeutung der Natur. Geprägt wird das Stück auch durch den Briefträger Rutz, der immer wieder versucht, durch dubiose Geschäfte sein Bankkonto aufzufüllen. Zudem kommt im Stück eine alte Weberin vor, die einen unehelichen Sohn hat. Auf die Seele knien In die Rollen des Postboten und der Alleinerziehenden sind das Ehepaar Walter und Monika Jakob aus Arni geschlüpft. Beide haben schon einige Theaterstücke mit Studer inszeniert. «Bruno hat enorm Geduld», lobt Monika Jakob und meint damit auch das Auswendiglernen des Textes. Hier sei er ein wenig zu nachgiebig, findet jedoch Walter Jakob. «Manchmal sollte er uns Schauspielern auf die Seele knien», meint er augenzwinkernd und beschreibt Studer als sympathischen und freundlichen Menschen. Bühnenbild aus Fundus Früher stand der Regisseur oft selber vor dem Publikum. Seine erste Rolle, einen Liebhaber, spielte er vor über 30 Jahren bei der Berner Liebhaberbühne. Seit einigen Jahren beschränkt sich sein Engagement jedoch auf das Regieführen, das er hobbymässig ausübt. Wie viel Zeit Studer, der Mitgründer des Theatervereins Lützuflüher-Spiulüt, jeweils in ein Stück investiert, kann er nicht abschätzen. Nebst den über 20 Proben müsse er gerade in den Anfangsphasen noch des Öftern daheim Textänderungen vornehmen. Die Inszenierung der Stücke fällt alleine in seinen Aufgabenbereich. Um die Kostüme hingegen kümmert sich ein Mitglied des Jodlerchors. Und wie sieht es mit dem Bühnenbild aus? «Da der Jodlerklub Grosshöchstetten seit vielen Jahren Theaterstücke aufführt, kann ich bei den Bühnenbildern und den Requisiten auf einen mannigfaltigen Fundus zurückgreifen», sagt Bruno Studer. Jacqueline GraberKonzert und Theater Jodlerklub Grosshöchstetten: Samstag, 16. / 23./ 30.Januar, 20 Uhr, Sonntag, 17. /24.Januar, 13 Uhr, und Freitag, 29.Januar, 20 Uhr, im Landgasthof Sternen in Grosshöchstetten. >

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