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Die Arbeit als Jungbrunnen

Heute wird Gertrud Burri-Ueltschi 100 Jahre alt. In ihrem Leben hat sie sich oft und gerne ihrer Arbeit gewidmet. Auf ihr Fest mit den Enkeln und Grossenkeln heute im Altersheim «Turmhuus» in Uetendorf freut sie sich besonders.

Den Blick zum Fenster hinaus auf einem gepolsterten Sessel sitzend – so empfängt Gertrud Burri in ihrer Wohnung im Altersheim «Turmhuus» in Uetendorf Besucher. Trotz ihrer Sehschwäche strahlt ihr Blick Neugierde und Aufmerksamkeit aus. «Hie füehle ig mi würklech guet ufghobe u gniesse mini schöni Ussicht», sagt Gertrud Burri. Im Altersheim scheint sie sich wohl zu fühlen. «Sogar mis Ässä cha ig säuber ussueche», sagt sie und zeigt mit Stolz ihren Menu-Plan. Arbeiten hält gesund Trotz ihres langen Lebens kann sich Gertrud Burri nicht daran erinnern, einmal krank gewesen zu sein. Ihre Arbeit habe sie fit und jung gehalten, ist sie sich sicher. Gemeinsam mit ihren fünf Geschwistern wuchs sie in der Nähe von Grubenwald im Simmental auf einem Bauernhof am Schindelweg auf. «Üses Heimetli isch ufärä Höchi vo 1400 Meter glägä», erzählt Burri. Im Winter konnte sie eine Schule im Dorf besuchen, im Sommer half sie auf dem Hof mit. Viel Freizeit blieb nicht mehr neben der Arbeit, doch Gertrud Burri macht sich gerne nützlich. Nach der Schulzeit war sie unter anderem in der Confiserie Reber in Thun als Küchen- und Haushaltshilfe angestellt. Voller Tatendrang Mit 25 Jahren verheiratete sie sich und zog nach Allmendingen. zwei Söhne, Christian und Hans, zog sie gross und half bei der Bewirtschaftung des Hofes. Im Jahre 1974 verstarb ihr Ehemann. Vor 28 Jahren kam Gertrud Burri ins Altersheim Turmhaus. Doch auch dort gab sie sich nicht dem Müssiggang hin, sondern half fleissig in der Küche und bei der Wäsche mit. Ihre Freizeit verbrachte sie oft mit Häkeln und Stricken. Auch eine Hüftoperation im letzten Jahrzehnt überstand sie dank ihres starken Willens, obwohl sie sich im Spital langweilte. Seit einem Jahr nimmt Burri es nun aber ein wenig ruhiger. Sie schlafe viel in letzter Zeit, was aber nicht so schlimm sei: «Drwile macheni emu nüt dümmers», schmunzelt sie. Mit den anderen Heimbewohnern pflegt sie keinen grossen Kontakt mehr. Am wichtigsten seien ihr die Besuche ihrer Kinder, Enkelkinder und ihrer sieben Urenkel. Am wichtigsten die Familie Etwas traurig ist sie nur über ihre Seh- und Hörschwäche, welche sie etwas in ihrem Tatendrang bremst. Früher las sie viele Bücher und Zeitungen, heute sei dies leider nicht mehr möglich. Der 100. Geburtstag scheint ihr persönlich nicht viel zu bedeuten, doch dass ihre Verwandten ihr heute ein Geburtstagsfest organisiert haben und mit ihr zusammen feiern wollen, freut sie sehr. Gertrud Burri wird langsam ruhiger. Sie hat genug aus ihrer Vergangenheit erzählt. «Ig wüsst nid, wasi no sött verzeue», erklärt sie. Einzig, dass sie dankbar sei dass sie keine Schmerzen habe und es ihr gut gehe. Pascal Reist >

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