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Die Anwohner beschleicht eine dumpfe Angst

KrauchthalDie Asylsuchenden lösen in Krauchthal Ängste aus. Nicht alle fühlen sich mehr sicher. Die Gemeinde überlegt deshalb, eine Videoüberwachung einzurichten. Und auch die Polizeipräsenz im Dorf wurde verstärkt.

«Die Bevölkerung lebt in Angst, da sich die Ereignisse rund ums Zentrum täglich überschlagen.» Die Mail, die die BZ in diesen Tagen erreicht hat, tönt dramatisch. In Krauchthal kursieren Gerüchte rund um das Durchgangszentrum für Asylsuchende, und offenbar geht nun bei den Einwohnerinnen und Einwohnern auch Angst um. Diese Angst ist in den letzten Tagen auch anderswo spürbar geworden. Mit Schlägereien, Ladendiebstählen und Alkoholexzessen sorgen Asylbewerber aus Nordafrika landauf landab in den Medien für negative Schlagzeilen. Dazu kommt, dass die Zahl der Asylsuchenden stark angestiegen ist. Die Kantone stossen mit der Infrastruktur an ihre Grenzen, die bestehenden Unterkünfte sind überlastet. Auch Krauchthal beherbergt eine solche Unterkunft, und mit den aktuell 64 Flüchtlingen ist diese voll belegt. 64 Leute – so viele fallen in einem Dorf auf. Zumal die Asylbewerber in der Zivilschutzanlage Rüedismatt und damit sehr zentral wohnen. Ängste einer Anwohnerin Im Schreiben aus Krauchthal ist unter anderem von Nachtruhestörung die Rede. Die Gemeinde sei machtlos, heisst es. Und weiter: «Die Anwohner rund um die Rüedismatt schliessen sich schon in ihren Wohnungen ein.» Auf telefonische Nachfrage erzählt die Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, weiter: «Zu Beginn hatte ich keine Probleme.» Noch im Dezember habe sie im Durchgangszentrum den Tag der offenen Türe besucht, «aber dann ist es schlimmer geworden.» Sie klingt besorgt. So habe es nachts öfters Lärm gegeben, die Leute hätten getrunken. Zudem fürchte sie, dass gestohlen und mit Drogen gedealt werde. Erst diese Woche habe sie diesbezüglich eine verdächtige Beobachtung gemacht und die Polizei eingeschaltet. Sie selber gehe kaum mehr aus dem Haus, «mir geht es vor allem um meine beiden kleinen Kinder». Man gehe der Sache selbstverständlich nach, sagt Polizeisprecherin Daniela Sigrist auf Anfrage. Mehr könne sie zum konkreten Fall derzeit aber nicht sagen. Zur Unterkunft in Krauchthal habe es auch schon andere Meldungen gegeben. Deshalb sei die Polizeipräsenz im Dorf verstärkt worden. Auch Claude B.Sonnen weiss, dass die Mutter mit ihren Sorgen nicht alleine dasteht. «Ja, es ist ein latentes Problem», sagt der Gemeindepräsident. Viele Krauchthaler würden zwar von den Asylbewerbern nichts merken, bei anderen wiederum – vor allem bei den Anwohnern des Durchgangszentrums – sei dies anders. «Uns sind Vorfälle bekannt. Wir haben sofort reagiert.» Die Gemeinde sei mit der Polizei sowie mit der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe als verantwortlicher Betreiberin an einen Tisch gesessen und habe sich ausgetauscht. Man prüfe nun verschiedene Massnahmen. Im Gespräch sei zum Beispiel eine Videoüberwachung. «Wir hoffen jetzt, dass sich die Situation in den vier Monaten, in denen die Asylsuchenden noch hier sind, nicht verschärft», sagt Sonnen. Die Polizei ist präsent Bei ihren vermehrten Patrouillen führt die Polizei auch Kontrollen im Durchgangszentrum durch, wie Co-Leiter Claude Beutler bestätigt. Auch mit der Gemeinde stehe man in Kontakt. Bis anhin habe man aber niemandem ein konkretes Vergehen nachweisen können. Es sei zwar vorgekommen, dass Leute vor dem Eingang Lärm verursacht hätten, «wir haben sie aber zur Ordnung gemahnt», so Beutler. Der Co-Leiter kann die Ängste durchaus verstehen, deshalb sei es wichtig, auf die Bevölkerung zuzugehen. Er erinnert in diesem Zusammenhang an den Tag der offenen Türe, weiter haben man in den Schulen informiert und die Nachbarn persönlich angeschrieben. «Sie können sich jederzeit mit uns in Verbindung setzten. Wir sind 24 Stunden erreichbar.» Nadja Noldin>

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