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Die anderen Oberhäupter kniffen

Wie haben sie alle so schön gelächelt auf dem Flugblatt, das der Einladung zum diesjährigen Burgdorfer Stadtlauf beigefügt war. Rund um den unübersehbaren Titel «Amtscup Emmental», den aufmunternden Satz «Welche Präsidentin, welcher Präsident führt seine Gemeinde zum Erfolg?» und das einladende Foto der Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch waren sie alle adrett gruppiert – die über zwanzig Behördenchefs von Utzenstorf bis Röthenbach, von Signau bis Sumiswald und von Kirchberg bis Krauchthal. Doch jetzt, da es ernst wird, tut sich gähnende Leere auf, und die Frage wird immer drängender: Wo sind sie denn geblieben? Es ist Samstag, kurz vor halb vier Uhr, und in den Mannschaften, die sich nun langsam für den Start zum vier Kilometer langen Behördenlauf bereit machen, steht Elisabeth Zäch noch immer so ziemlich allein da. Ein Blick auf die Startliste verheisst nichts Gutes. Zwar haben sich für die zwei Runden über den Stadtfelsen eine Handvoll Stadtpolitiker vorab aus dem rot-grünen Spektrum angemeldet, und mit einem Team aus Schwendibach ist – die grosse Ausnahme – sogar die Lokalpolitik aus der Region Thun vertreten. Aber die anderen Emmentaler Gemeindeoberhäupter? Fehlanzeige. Elisabeth Zäch scheint dies nichts auszumachen, sie habe in erster Linie deshalb für die beiden Runden zugesagt, wird sie später erzählen, «um Urs Pfister Danke zu sagen». Auch der Stadtlauf-Organisator selber nimmt das Ausbleiben der Auswärtigen gelassen. Der «Amtscup Emmental» sei ein Versuch, Neues in die Tradition des Burgdorfer Stadtlaufs zu bringen. Vor diesem Hintergrund bereite ihm das magere Echo bei dieser Premiere auch nicht weiter Kopfzerbrechen. Zumal sich die eine oder andere Gemeindebehörde abgemeldet habe – «wir werden es wohl das nächste Jahr nochmals versuchen», vielleicht finde dann der Wettstreit im lockeren Rahmen in der Region einen grösseren Widerhall. Dass Mitmachen alles ist und die gemessene Zeit eine völlig untergeordnete Rolle spielt, lebt Elisabeth Zäch eins zu eins vor. Die erste Runde beendet sie als gemütlichen Spaziergang, und erst als der BZ-Fotograf sie ins Visier nimmt, setzt sie wieder etwas Tempo auf. Das Altstadtambiente rundherum bekommt ihr gut: «Mir ist wieder einmal richtig bewusst geworden, wie schön Burgdorf ist», strahlt sie und schwärmt von der tollen Sicht auf die Alpen, die sie gerade genossen habe. Nach der zweiten Runde ist Elisabeth Zäch am Ziel. Die Uhr zeigt 34 Minuten und 9 Sekunden. Stephan Künzi >

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