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Die Absenz der Eishockeyintelligenz

SC BernDie Kloten Flyers übertreffen den SCB in den Halbfinals vor allem punkto Effizienz und Cleverness.

Natürlich, die Kloten Flyers und der SC Bern begegnen sich in den Playoff-Halbfinals auf Augenhöhe. Natürlich, der SCB hatte sein Heimspiel dominiert und hätte dieses, gemessen an den Spielanteilen, nicht verlieren dürfen. Natürlich, der Titelverteidiger startete auch am Samstag besser ins dritte Halbfinalspiel als der Gegner. Aber: Der SC Bern steht nach drei Partien mit dem Rücken zur Wand, liegt gegen die Flyers mit 0:3 im Hintertreffen. Trotz optischer Gleichwertigkeit gibt es gute – oder aus Berner Optik schlechte – Gründe, weshalb den Meister bloss noch eine Niederlage vom vorzeitigen Saisonende trennt. Vor der Serie waren sich die Beteiligten darin einig, wonach in diesem Vergleich Details entscheiden würden. Und exakt diese «kleinen Dinge macht Kloten besser», wie der Berner Sportchef Sven Leuenberger sagt. Derweil beim SCB Aufwand und Ertrag in einem krassen Missverhältnis stehen, spielen die Klotener enorm effizient, schlicht cleverer. «In dieser Serie geht uns die Hockeyintelligenz etwas ab», erklärt Leuenberger. Fakt ist: Der SC Bern erweist sich in dieser Saison generell und in den Playoffs speziell bisher als gute, aber nicht als «grosse» Mannschaft. «Grosse Teams nutzen die Fehler des Gegners resolut aus – Kloten gelingt dies, uns nicht», meint Travis Roche. Der Verteidiger mit Spielmacherqualitäten ist zurzeit weit von seiner Bestform entfernt – dies fällt umso mehr ins Gewicht, als neben Roche kein Berner Abwehrspieler offensive Akzente zu setzen vermag. «Wir treffen falsche Entscheidungen, Kloten profitiert», ergänzt Roche in den Katakomben der Kolping-Arena. CEO Marc Lüthi weist derweil freundlich, aber bestimmt darauf hin, zur sportlichen Situation zurzeit keine Auskunft geben zu wollen. «Einige denken einfach nicht» Trainer Larry Huras hingegen nimmt kein Blatt vor den Mund. Er erwähnt den neuerlichen Wechselfehler vor dem 1:1 Marko Luomalas; oder die Situation beim spielentscheidenden Tor, als man «einen Klassespieler wie Rintanen einfach hat ziehen lassen». Huras, dessen Spielkonzept auf defensiver Disziplin fusst, schüttelt mehrmals den Kopf und sagt mit finsterer Miene: «Einige Individualisten denken einfach nicht. Oder sie denken nicht an das, was sie tun sollten. Das hat mit mentaler Stärke zu tun. Einige in unserem Team haben diese nicht – zurzeit nicht.» Zuvor erklärte Huras seinen Spielern in der Garderobe, sie sollten nun nicht daran denken, vier Spiele zu gewinnen. Es gehe einzig darum, in der Partie vom Dienstag zu reüssieren. Verliert der SCB morgen die vierte Begegnung, ist der Titelverteidiger vorzeitig gescheitert. «Kloten spielt okay, aber wir haben uns bisher selbst geschlagen. Gewinnen wir das nächste Spiel, wird der Gegner unter Druck sein», erklärt Huras und überliefert die Durchhalteparole zumindest einigermassen überzeugend. Angesichts des 0:3-Rückstands stellt der Berner Trainer für die morgige Partie den einen oder anderen Wechsel in der Aufstellung in Aussicht. Primär müsse man aber «endlich die kleinen Dinge richtig machen» – so, wie es «grosse» Playoff-Mannschaften zu tun pflegen.Reto Kirchhofer>

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