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Der Tiger spielt, der Drache trifft

Hinten zu fehlerhaft, vorne zu wenig effizient – die SCL Tigers haben das erste Heimspiel der Saison gegen Gottéron 3:4 nach Penaltyschiessen verloren. Der verletzte Christian Moser konnte nicht mittun. Er fällt mehrere Wochen aus.

Ob Langnau gegen Gottéron nur mit drei Ausländern gespielt habe, wollte ein Journalist nach der samstäglichen Partie von John Fust wissen. Die Frage, provozierend formuliert, brachte den Trainer der SCL Tigers zum Nachdenken. Dann sagte er nüchtern: «Man muss mit dem leben, was man hat.» Besagter Reporter dürfte die Frage in Zusammenhang mit der Leistung Curtis Murphys gestellt haben. Der kanadische Verteidiger war während der Partie vor 5216 Zuschauern mehrmals im Zentrum des Geschehens gestanden, kaum einmal jedoch hatte er sich dabei positiv in Szene gesetzt. Geduld gefragt Murphy leistete sich viele Scheibenverluste, den Treffer zum 1:1 in der 5.Minute leitete der 34-Jährige mit einem katastrophalen Fehlzuspiel ein. Dazu vergab er in bester Position frei stehend beim Stand von 1:1 den fälligen Führungs- und kurz vor Schluss den Siegtreffer. Allein die 3:4-Niederlage nach Penaltyschiessen nur Murphy in die Schuhe zu schieben, wäre falsch. Nach Daniel Steiners 1:0 in doppelter Überzahl («Zum Toreschiessen bin ich da») gerieten die Tigers durch eine Fehlerorgie – nach Murphys Patzer verschuldete Lukas Haas den zweiten und Tobias Bucher mit einem Eigentor den dritten Treffer – 1:3 ins Hintertreffen. «Wir haben für unsere Unerfahrenheit einen hohen Preis bezahlt», resümierte Fust. Der Kanada-Schweizer dachte nicht nur an die defensiven Mängel. Rund ein halbes Dutzend erstklassige Torchancen liess seine Equipe ungenutzt; die Tigers hatten mehr vom Spiel und trugen mehr zu dessen Attraktivität bei, die lange passiven und ungestüm agierenden Freiburger Drachen jedoch durften sich nach dem Penaltyschiessen zum sechsten Mal in Folge über einen Sieg gegen die SCL Tigers freuen. Um «etwas zu provozieren», wird Fust die Linien in den nächsten Partien wohl neu formieren. Wie bereits im Startspiel in Davos (0:3) vermisste Fust auch gegen Gottéron Kaltblütigkeit und Effizienz. Diese fehlenden Eigenschaften akzentuierten sich im Penaltyschiessen – Steiner, Schild und Iggulden scheiterten, während Benjamin Conz keinen Freiburger Schuss parieren konnte. «Man hat gesehen, dass wir die Siegermentalität erst entwickeln müssen», sagte Fust. Immerhin zeigten die Emmentaler Moral. Simon Moser (38.) und Jörg Reber (43.), erneut in nummerischer Überzahl, korrigierten den 1:3-Rückstand. Der 36-jährige Reber, erfahrenster Akteur im Langnauer Ensemble, sprach von fehlender Balance zwischen Defensive und Offensive. Auch er mochte sich über den ersten Saisonpunkt nicht freuen. «Wir befinden uns in einem Lernprozess», erklärte Fust. Geduld sei gefragt, sagte er und wiederholte den Satz mehrmals in diverse Mikrofone. Steigenden Druck verspüre er noch keinen, hätten doch fast alle erwartet, dass die Tigers einen schweren Stand haben würden. Und doch gab er zu: «Es ist für alle besser, wenn die Spieler schnell lernen.» Christian Moser fällt ausSeiner Mannschaft behagten Vergleiche mit scheinbar übermächtigen Gegnern, erklärte Fust, auf die kommenden Aufgaben hinweisend. In den drei folgenden Partien gegen Vize-meister Servette, Kloten und Bern wäre Punktezuwachs als Überraschung zu werten. Verzichten müssen die SCL Tigers bis auf weiteres auf Christian Moser. Der robuste Verteidiger verletzte sich in Davos am Knie (Verdacht auf Innenbandriss) und wird mehrere Wochen ausfallen.Philipp Rindlisbacher>

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