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Der Reitverein will aus dem Dornröschenschlaf erwachen

SaanenDer Reit- und Fahrverein Gstaad feierte sein 50-jähriges

In den 50 Jahren seines Bestehens hat der Reit- und Fahrverein Gstaad schon bessere Tage gesehen. Beinahe in Vergessenheit ist geraten, dass dieser Verein bis anfangs der Achzigerjahre einen schweizweit bekannten Concours durchführte. Gründungsmitglied Erich Gehret errinnert sich mit Wehmut an die glorreiche Zeit des Reit- und Fahrvereins zurück. «Wir hatten damals bei den S-Springen noch die besten Reiterinnen und Reiter des Landes am Start.» Der mittlerweile 79-jährige Saaner Hufschmid, noch immer ein Rösseler durch und durch, war früher während vier Jahren Vereinspäsident. Den Bau der alten Reithalle hat der frühere Train-Hufschmid und Concoursreiter massgebend mitgeprägt. Dass Mitgründer Hans von Grünigen dem Jubiläumsabend ferngeblieben ist, könne er nicht verstehen, sagte der Reitpionier der ersten Stunde traurig. Vereinsleben ankurbeln Bereiter Oliver von Grünigen, der als amtierender Vereinspräsident durch den Jubiläumsabend führte, möchte den Reit- und Fahrverein Gstaad aus dem Dornröschenschlaf wecken. «Wir wollen das Vereinsleben, das in den letzten Jahren verloren ging, wieder ankurbeln», erklärt der dreifache Familienvater. Der Neubau der Reithalle und die damit verbundene Abgabe der Verantwortung sei für den Verein ein grosser Meilenstein, so von Grünigen. Die gute Nachricht fühle sich jedenfalls wie ein Geschenk zum 50. Geburtstag an. Die Tätigkeit mit den Pferden habe sich im vergangenen halben Jahrhundert stark verändert. Es würden immer mehr Nischen entdeckt. Er selber bietet auf seinem Pferdehof in Bissen das Reiten für Menschen mit Behinderung an. Ein Isländer, ein Tinker, ein Araber, ein Hannoveraner, ein Deutscher und ein Reitpony bevölkern sehr zur Freude seiner Kinder und der behinderten Reiter sein «Gestüt». Feriengäste beigetreten Der Reitverein habe sich zudem verpflichtet, die Reitwege im Saanenland auszubauen und zu unterhalten. «Wir leben in einer grossen Tourismusregion und falls Feriengäste ihre Pferde mit in die Ferien nehmen wollen, sollten wir doch gut ausgebaute Reitwege zur Verfügung stellen können», findet der 41-jährige Rösseler. Dem Reit- und Fahrverein Gstaad seien bereits Feriengäste beigetreten, freut sich von Grünigen, der im zweiten Amtsjahr als Präsident steht. Um sein Pferdewissen zu erweitern, hat sich der innovative Präsident und Reitstallbesitzer ein Jahr in der Ethologie-Schule von Andreas Kurz weitergebildet. Einen Vortag des renommierten Zürcher Verhaltungsforschers wollte von Grünigen der Jubiläumsfestgemeinde im Saanenhof nicht vorenthalten. Das Referat von Kurz hielt, was es versprach. Die Pferdefreunde hingen förmlich an den Lippen dieses Pferdekenners. Erschreckend, was man diesen edlen Tieren antun kann, wenn man nicht mit Sachverstand mit ihnen umgeht. Warum Pferde immer fressen Was Pferde für soziale Tiere sind, zeigten Filmausschnitte von den Wildpferden im westfälischen Dülmen. Dort leben im 350 Hektar grossen Naturschutzgebiet Merfelder Bruch rund 300 dieser Wildpferde hegemonisch abgestuft zusammen. Die Antwort auf die Frage, warum Pferde immer fressen, hätte der fesselnde Referent beinahe vergessen. Pferde würden während 16 Stunden im Tag fressen, weil sie sich als Fluchttiere durch ständige Energiezufuhr warmhalten müssen, klärte Kurz die Zuhörer auf. Pferde seien beim Fressen ständig in Bewegung. An das müsse beim fachgerechten Halten von Pferden unbedingt gedacht werden, mahnt Andreas Kurz. Peter Russenberger >

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