Zum Hauptinhalt springen

«Der Park fördert unsere Region»

Nationalrat Rudolf Joder (SVP) setzt sich für den Regionalen Naturpark Gantrisch ein. Die Wirtschaft werde dadurch gefördert. Im Interview spricht der Belper über Auflagen, das Gurnigel-Bergrennen und das Biathlonzentrum.

Herr Joder, warum sollten die Bewohner der Region Gantrisch für den Naturpark stimmen? Rudolf Joder: Er bietet die Möglichkeit, dass Bund und Kanton Unterstützungsbeiträge leisten. Zudem können durch ein Park- und Produktelabel Waren und Dienstleistungen besser vermarktet werden. Was ändert sich für die Leute, die im künftigen Park leben? Die Einzelperson kann für die Vermarktung ihrer Ware oder Dienstleistung, die sie in der Region herstellt oder erbringt, ein Produktelabel erwerben. Das erleichtert die Vermarktung dieser Ware oder Dienstleistung. Direkt wegen des Naturparks gibt es keine zusätzlichen Einschränkungen, was die Nutzung betrifft. Das heisst, man muss sich engagieren, um profitieren zu können. Ja, die Einzelperson muss sich engagieren, aber auch die Trägerschaft des Regionalen Naturparks und die Gemeinden. Sehen Sie auch Risiken in diesem Naturpark? Es gibt immer Risiken. Wenn sich die Bevölkerung, die Trägerschaft und die Gemeinden passiv verhalten, besteht die Gefahr, dass ein Papiertiger entsteht, der mit grossem organisatorischen und auch finanziellem Aufwand aufgebaut worden ist. Landwirte haben Angst vor nachträglich eingefügten neuen Auflagen. Was sagen Sie dazu? Diese Angst ist für mich absolut verständlich. Die Landwirtschaft wird mit immer mehr Auflagen und Einschränkungen belastet. Wichtig ist, dass der Park kein Planungs-, sondern ein Förderungsinstrument ist. Das politische Ziel des Parks ist es, Wirtschaft und Tourismus im ländlichen Raum zu fördern. Wenn der Bund nachträglich die gesetzlichen Voraussetzungen ändert, kann die Trägerschaft den Parkvertrag auflösen. Sie planen im Dezember einen Vorstoss zu den Naturpärken im Nationalrat. Ist also doch nicht alles in Butter? Erstens muss geregelt werden, was nach Ablauf der zehnjährigen Frist mit den Labels geschieht. Es geht nicht an, dass eine Organisation aufgebaut wird, man sich Vermarktungsverbesserungen erhofft und diese dann wieder wegfallen. Und der andere Aspekt? Zweitens bin ich nicht damit einverstanden, dass in der Parkverordnung steht, die Nutzungsplanungen der Gemeinde müssten angepasst werden. Das war nie die Idee des Parlaments. Der Regionale Naturpark muss in Zukunft bei neuen Plänen mitberücksichtigt, die bestehenden Ortsplanungen müssen aber jetzt nicht angepasst werden. Das ist ein wichtiger Unterschied. Vielen Leuten sind die Regeln des Parks zu diffus. Der Flughafen Bern-Belp passt nicht rein, das Bergrennen auf dem Gurnigel aber schon. Belp gilt als Agglomerationsgemeinde, die als solche nicht zum Park gehört. Das hindert Belp aber nicht daran, als Pfortengemeinde mitzuarbeiten. Finden Sie es richtig, dass in einem Naturpark ein Bergrennen stattfinden darf? Das Bergrennen ist ein einmaliger, sehr traditionsreicher und erfolgreicher Anlass. Sinn und Zweck des Parks besteht darin, die Wirtschaft zu stärken und die Vermarktung zu fördern, und das Bergrennen fällt darunter. Sie betonen die Tradition. Wäre es anders, wenn das Bergrennen neu aufgezogen würde? Wenn jemand neu ein Bergrennen organisieren möchte, wäre der Park kein Hinderungsgrund. Aber ein Bergrennen bedeutet viele Besucher, Lärm, Abgase. Aber nicht permanent. Der Aufwertung der Landschaft – das ist neben der Wirtschaft und Vermarktung ein Parkziel – steht das Bergrennen nicht entgegen. Wie sieht es mit dem Ausbau des Biathlonzentrums auf dem Gurnigel aus? Die Probleme, die dort bestehen, haben mit dem Sachplan Moorlandschaft zu tun, nicht mit dem Naturpark. Der Sachplan Moorlandschaft begrenzt die Möglichkeiten, das Land zu nutzen. Die Moorlandschaft ist aber ein Teil des Naturparks. Sie ist für den Bund ein Argument dafür, dass die Region Gantrisch überhaupt ein Naturpark sein soll. Räumlich fallen Park und Moorlandschaft bei uns zwar zusammen. Aber man kann auch einen Regionalen Naturpark errichten, ohne dass eine Moorlandschaft besteht. Interview: Sandra RutschiNationalrat Rudolf Joder (SVP, Belp) engagiert sich dafür, dass die Region Gantrisch zum Naturpark wird. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch