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Der Künstler sagt: «Dä het gschaffet!»

Galerie Rosengarten Zum 85.Geburtstag des bildnerischen Künstlers Arthur Loosli ist bis am 26.Februar im Krebser-Haus eine reichhaltige Retrospektive zu sehen.

Das erste Lob des Redners Peter Wyss galt der Galeristin Rose Ueltschi: «Sie hat die unglaubliche Vielfalt von Arthur Looslis Werken auf hervorragende Weise präsentiert.» Er verwies auf die Kohlezeichnungen «Natale», eine eigenwillige Darstellung des heiligen Kindes, oder «Der Zeichner», Radierungen der symbolischen Figur des Don Quichotte, Federzeichnungen und Klecksografien mit Figuren aus Märchen und Mythologien. Mit viel Humor hat Arthur Loosli alte Meister «weiterentwickelt». Beeinflusst von Dürer und Piranesi, gelang es dem Künstler immer wieder, innere Bilder nach aussen zu geben. In einer Hand-schrift schrieb er: «Die Grundstimmung des zeichnenden Menschen möchte ich als spiele-risch-träumerisch bezeichnen…» Am 23.Februar 1926 als zweitältestes von sieben Kindern geboren, rettete seine Mutter Arthur Loosli nur vier Monate später aus der Dachkammer, unmittelbar bevor diese vom wütenden Sturm eingedrückt wurde. Ein Glücksstern schien über dem Kind. Die eigenen Schulbücher Weil das Geld für Schulbücher fehlte, schrieb und zeichnete Vater Loosli diese selbst. Er war Lehrer, Prediger, Friedensrichter und hatte eine schöne Stimme im Dorf im Berner Jura, wo Arthur Loosli aufwuchs. Spannungen mit dem ihm so ähnlichen Sohn waren häufig. In acht Jahren Schule beim Vater las Arthur kein einziges Buch – aus Widerstand. Auch grossen Einfluss hatte Looslis Grossvater mütterlicherseits, Peter Geiser. Bei ihm in der «Schnätzelstube» fand der Junge Zuflucht – nur er hatte Zugang – und lernte Schnitzen. Später im Gymnasium Thun war der Zeichnungssaal ebenfalls Lehrer Loosli vorbehalten. Er hatte das Seminar Muristalden in Bern besucht, wo er von Zeichnungslehrer Heinz Würgler gefördert wurde. Nach der Kunstgewerbeschule studierte Arthur Loosli in Paris, Florenz, Venedig und Stockholm. Als Sänger bekam er Unterricht bei Felix Loeffel und Arne Sunnegardh und erntete unter anderem mit Schumanns «Winterreise» grosse Beachtung. Aus der heimatlichen Kapelle sind längst Kathedralen und Dome geworden. «Wohl, dä het gschaffet!», sagte Arthur Loosli beim ersten Anblick seiner ge-sammelten Werke in der Galerie. Nun bedankte er sich bei Peter Wyss: «Eine so präzise und schöne Vernissagerede, die mir so ‹s’Härz erhudlet›, habe ich noch nicht erlebt. Doris Bussmann>

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