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Der Kanton will eine neue Brücke bauen

grimselpassÜber 50 Guttannerinnen und Guttanner nahmen an der vom Kanton veranstalteten Orientierung über die mögliche Strassenführung im Spreitgrabengebiet teil.

Markus Wyss, Oberingenieur des Kreises I, gab bei der Begrüssung einen kurzen Überblick der Situation: Bei mehreren Murgängen am Ritzlihorn wurden im Sommer 2010 grosse Geschiebemengen durch den Spreitgraben in den Talboden abgeführt. Dabei wurde die Lawinengalerie, in der die Kantonsstrasse das betroffene Gebiet durchquert, schwer beschädigt. Als Sofortmassnahmen wurden die Galerie provisorisch repariert und verstärkt sowie eine Notstrasse vorbereitet. Zehn Varianten geprüft Die Projektleitung für die Verlegung der Kantonsstrasse an einen sicheren Ort liegt in den Händen von Paride Pizzoferrato vom Tiefbauamt des Kantons. Er hat mit Spezialisten zehn mögliche Varianten skizziert und einem strengen Bewertungsverfahren unterzogen. Geprüft wurden nebst mehreren Tunnelvarianten unter dem Spreitgraben mit Tunnellängen bis zu 1,8 km auch mehrere Varianten mit kurzen und langen Brücken links und rechts der Aare. Durch die Murgänge werden grosse Mengen an Geschiebe durch den Spreitgraben bis in die Aare befördert. Isabelle Kull von Geotest Zollikofen hat errechnet, dass beim Murgang im Jahr 2010 rund 250000 Kubikmeter Geröll und Felsblöcke den Graben und das Bachbett auffüllten. Etwa zehn Prozent des Geschiebes wurden durch die Aare wieder auf natürlichem Weg weitergeschwemmt. Mit einer Hochrechnung konnte Isabelle Kull nachweisen, dass einige Brückenvarianten bereits nach kurzer Zeit durch die Auflandung gefährdet wären und somit nicht realisiert werden dürfen. Auch von den Lawinen droht Gefahr, wie Mark Schär vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung Davos darlegte. Mit beängstigender Regelmässigkeit ist die Zufahrt vor Guttannen, insbesondere im Spreitgraben, von grossen Lawinenniedergängen betroffen. Trotz Schutz durch Galerien und Brücken wird auch in Zukunft bei extremen Verhältnissen die Strasse gesperrt werden müssen. Eine hundertprozentige Sicherheit mit Kunstbauten ist nicht möglich, zu gross ist das gefährdete Gebiet. Neue Brücke vor alter Galerie Als beste Variante bezüglich Sicherheit, Kosten und Realisierungszeit stellte Paride Pizzoferrato die Überquerung des Spreitgraben mittels einer neuen, 220 Meter lange Brücke vor. Diese soll auf der linken Talseite, vor der jetzigen Galerie, zu stehen kommen. Die Brückenwiderlager sind weiter berg- respektive talwärts vorgesehen als die heutigen Galeriezufahrten und damit weniger gefährdet. Mitentscheidend sind auch die mit zwei Jahren veranschlagte, kurze Bauzeit und das gute Kosten-Nutzen-Verhältnis. Fragen zum Vorgehen Damit in etwa vier Jahren die neue Brücke eingeweiht werden kann, müssen in den nächsten anderthalb Jahren die Projektierungsarbeiten so weit abgeschlossen sein, dass ein genehmigtes Strassenplandossier vorliegt. Die Zustimmung der Regierung vorausgesetzt, könnte die sichere Überquerung des Spreitgrabens Ende 2015 dem Verkehr übergeben werden. Beat Jordi>

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