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Der gläserne Rundbau leuchtet wie ein UFO über Bern

Im Foyer des Berner Kursaals wurde eine einzigartige Decke mit 100000 Metallzylindern und integrierten 900 Leuchten installiert. Sie werden für eine Lichtschau sorgen, wie sie die Stadt noch nicht gesehen hat.

Die Arbeiten am neuen Foyer auf der ehemaligen Kursaal-Terrasse sind so gut wie abgeschlossen. Die Highlights des 2000 Quadratmeter grossen Raumes, der sich über 100 Meter um die grosse Arena schlängelt, sind die Decke des Berner Büro-B -Architekten sowie die integrierten Leuchten. Rund 100000 Aluminiumzylinder – mit unterschiedlichen Durchmessern im Zentimeterbereich – wurden in die Decke eingelassen. In und zwischen diesen Zylindern wurden 900 Leuchten installiert. Diese lassen sich per Computer individuell steuern und tauchen das Foyer so in beliebig wählbare Farben und Stimmungen. Ist das Foyer erst einmal illuminiert, erinnert es vom Standort Kornhausbrücke aus an ein UFO. Konzipiert wurde diese schweizweit einzigartige Lichttechnik aber nicht von Ausserirdischen, sondern von der Firma Habegger AG aus Regensdorf ZH. Verschiedene Lichtquellen Lichtplaner Jürgen Häcker erklärte gestern, dass drei unterschiedliche Lichtquellen verwendet werden. 300 Leuchten sorgen für die Grundbeleuchtung. Mit diesem Licht ist es unter anderem möglich, das Foyer in scheinbar unterschiedliche Räume abzugrenzen. Die zweite Illuminationsart machen die Akzentleuchten aus, kleinere Spots, die für warmes Licht sorgen. Jürgen Häcker: «Mit diesen Leuchten können wir beispielsweise ein Buffet appetitlich ins recht Licht rücken.» Demgegenüber sorgen die 320 LED-Platinen für das Stimmungslicht. «Das Licht dieser Quellen wird in den Alu-Zylindern gespiegelt», erklärt Häcker. So könne man beispielsweise eine sogenannte Wolkenbeleuchtung erzeugen. «Es ist auch möglich, das Licht wellenförmig durch den Raum zu bewegen und beispielsweise als Wegführung einzusetzen.» Zudem sei die Farbsättigung dieser LED-Platinen einzigartig und derzeit nicht zu überbieten. Mit der Beleuchtung im Foyer kann praktisch jeder Farbton realisiert werden. Bei einem Firmenanlass könnten beispielsweise die Brand-Farben des jeweiligen Unternehmens exakt wiedergegeben werden. Und weil der «BZ-Talk» gestern Abend im Foyer aufgezeichnet wurde (siehe Kasten), wurde das Foyer gestern Abend in die BZ-Farben getaucht. «Einmaliges Lichtsystem» «Die Technik, die wir hier im Kursaal einsetzen, ist einmalig in der Schweiz und erst seit einem Jahr möglich», meint der Lichttechniker. Das ganze System brauche 60 Prozent weniger Energie, als dies herkömmliche Leuchten benötigen würden. Hinzu komme, dass die Leuchten im Kursaal eine achtmal längere Lebensdauer hätten als konventionelle Lichtquellen. Wolkenbilder, Apéro-Beleuchtung, Lichtshows, Grundbeleuchtung, Logo-Farben und sämtliche anderen Tricks werden von der Firma Habegger programmiert, auch nach speziellen Wünschen. Schliesslich aber sind es Angestellte des Kursaals, welche die Illuminationen via zweier iPads steuern. «Es werden noch Schulungen durchgeführt», sagt Alexandra Maurer, Leiterin Kursaal-Kommunikation. Boden aus Carrara-Marmor Die Hightech-Decke mit ihren Leuchten wäre sinnlos, wäre da nicht der spezielle Boden. «Ein weisser Boden ist wesentlich für die Rauminszenierung», sagt Architekt Robert Braissant. Der Boden ist es, der die Farben reflektiert. Und es ist kein gewöhnlicher, sondern ein sogenannter Terrazzo-Boden, eine Mischung aus weissem Carrara-Marmor und weissem Zement. Solche Böden sind auch in der Luxushotellerie beliebt. Sie haben unter anderem den Nebeneffekt, dass sie im Alter immer schöner werden. Zu den noch ausstehenden Arbeiten im Foyer gehört in den nächsten Tagen auch das Schleifen dieses Bodens. In ein paar Monaten wird auch die Arena fertig umgebaut sein. Auch dort sollen spezielle Lichteffekte möglich gemacht werden. Das gleiche System wie im Foyer soll im August installiert werden, allerdings nicht mit 900, sondern mit 120 Leuchten. Der komplette Umbau für 30 Millionen Franken beinhaltet auch neue Suiten und neue Konferenzräume. Im Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Urs Wüthrich ;Kursaal Bilder des neuen Foyers kursaal.bernerzeitung.ch >

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