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Der Fehlstart und die Korrektur

Dem FC Thun ist in Neuenburg der erste Saisonsieg gelungen. Nach 11 Minuten lag der Aufsteiger 0:2 zurück. Schon vor der Pause hatten die Thuner aber ausgeglichen. Das Siegestor erzielte Nick Proschwitz in der 78.Minute.

Mit einer Körpergrösse von 1,80 Metern gehört Jean-François Bedenik zu den kleineren Torhütern in der Super League. Gestern Abend fehlten dem Xamax-Keeper in Neuenburg womöglich die entscheidenden paar Zentimeter. Thuns Nick Proschwitz versuchte aus 20 Metern sein Glück, und der Ball fand den Weg über Bedeniks Hände zuerst an die Lattenunterkante und dann ins Tor. Xamax-Verteidiger Stéphan Besle hatte exakt vor die Füsse des Stürmers befreit. Die gesamte Thuner Bank sprang auf – 3:2 führte der Aufsteiger nach Proschwitz’ Kunstschuss. Im Unterschied zur Partie gegen YB ein Wochenende zuvor brachten die Thuner den Vorsprung diesmal über die Zeit. Nur bei einem Kopfball von Xamax-Mittelfeldspieler Marcos Gelabert kamen sie einmal noch ins Zittern, dann stand ihr erster Saisonsieg fest. «Wir haben mehr für den Erfolg getan, deshalb sind wir der verdiente Sieger», sagte Murat Yakin. Der 35-jährige Ex-Profi freute sich eher still über seinen ersten Vollerfolg als Trainer eines Super-League-Teams. Neben ihm sass nach dem Spiel Xamax-Coach Jean-Michel Aeby. Mit gerötetem Kopf und ausdruckslosem Gesicht sagte er: «Wir haben ungenügende Arbeit abgeliefert. Es ist eine Enttäuschung. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.» Mit Blick auf den Spielverlauf war Aebys Fassungslosigkeit begreiflich. 2:0 hatte seine Mannschaft nach 11 Minuten geführt. Ex-YB-Spieler Carlos Varela traf in der 3.Minute mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter, den Thuns Stipe Matic und Roland Bättig gemeinsam verschuldet hatten, zum 1:0. Gérard Gohou schloss nach nur 11 Minuten einen Konter über die linke Thuner Abwehrseite mit dem 2:0 ab. Thun kämpfte sich zurück «Es war nicht der Beginn, den wir uns vorgestellt hatten», sagte Yakin später kurz und knapp. Seine Mannschaft fand sich gegen Xamax zunächst kaum zurecht, leistete sich Fehler im Aufbau und agierte taktisch mangelhaft. Xamax hingegen verteidigte das Mittelfeld in der Startphase hartnäckig. Mit der Zeit erkämpften sich die Gäste aber den Platz, den sie für ihr Kombinationsspiel brauchten, und begannen, Xamax mit frechem Kurzpassspiel unter Druck zu setzen. Nach den ersten gelungenen Aktionen setzte sich Yakin erstmals auf seinen Platz auf der Trainerbank. Zuvor hatte er vor Aufregung und Ärger die ganze Zeit über gestanden. Zum ersten Mal jubeln konnten Yakin und sein Team nach 27 Minuten. Die Neuenburger brachten den Ball nach einem Freistoss von Oscar Scarione in mehreren Versuchen nicht aus dem Strafraum. Plötzlich war Thuns Giuseppe Morello zur Stelle und traf per Kopf zum 1:2. Beinahe schon wieder zufrieden suchten die Thuner zur Pause die Kabine auf. In der 35.Minute hatte Dennis Hediger den Ausgleich erzielt. Ein Proschwitz-Schuss war abgeblockt worden, Mittelfeldspieler Hediger nahm Mass und traf aus rund 20 Metern präzis in die linke Torecke. Proschwitz’ Torinstinkt Die beiden Torschützen Hediger und Morello spielten in der letzten Saison noch für den FC Biel. Nach 13 Toren in der Vorrunde war Morello dann in der Winterpause zu den Young Boys gewechselt und ist von den Stadtbernern an Thun ausgeliehen. Hediger beendete die letzte Spielzeit als Captain der Bieler und unterschrieb im Sommer für drei Jahre beim FC Thun. Beide erzielten gestern das erste Super-League-Tor ihrer Karriere. Für Matchwinner Proschwitz war es hingegen bereits der zweite Treffer in der höchsten Schweizer Liga. Gegen die Young Boys hatte er nach weniger als einer Spielminute getroffen, gestern liess er sich etwas länger Zeit. Der 23-jährige Deutsche scheint seinen Torinstinkt aus Vaduz mit nach Thun genommen zu haben. In der letzten Saison war der Stürmer mit 23 Toren für die Liechtensteiner der erfolgreichste Torschütze der Challenge League gewesen. Nach der erfolgreichen ersten Auswärtspartie der Saison spielt Thun nun zweimal in Folge zu Hause. Zu Gast ist am nächsten Sonntag Yakins Ex-Klub GC. Eine Woche später empfangen die Thuner den FC St.Gallen im Lachenstadion. Alexander Wäfler >

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