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Der Abbau trifft die Pflege am stärksten

NiederbippMit der Schliessung des Akutspitals auf

Für die Angestellten ist der Entscheid besonders hart: Im April 2011 schliesst das Akutspital Niederbipp seine Türen. Im Zuge der Umwandlung zu einem Gesundheitszentrum baut die Spital Region Oberaargau (SRO) AG insgesamt 50 Vollzeitstellen ab. Betroffen sind 65 Mitarbeiter (vgl. Ausgabe von gestern). Wegen Verschiebungen nach Langenthal und Frühpensionierungen werden unter dem Strich aber nur 32 Mitarbeiter entlassen. «Das ist der Stand heute», sagt SRO-Personalchefin Regina Schüpbach. Man werde natürlich versuchen, noch mehr Angestellte zu behalten. Das heisst: Die Zahl der Kündigungen könnte weiter sinken. Verschickt sind die blauen Briefe noch nicht. Die Kündigungen werden im März 2011 ausgesprochen. Entschädigung für alle Noch wissen aber nicht alle 32 betroffenen Mitarbeiter, wie es mit ihnen weitergeht. Momentan finden Einzelgespräche statt. Diese dauern bis nächste Woche. Für diese Gespräche hat die SRO ein Ampelsystem erstellt: Haben Angestellte Status «Grün», können sie bleiben; Status «Orange» heisst, dass sie im Moment kein Angebot haben, was sich aber bis im März 2011 noch ändern kann; und Status «Rot» bedeutet, dass die Angestellten gehen müssen. Betroffen von den Kündigungen sind primär Pflegefachfrauen. Für diese ist es nicht einfach, eine neue Stelle zu finden. «Auf Akutabteilungen von Spitälern gibt es eine gewisse Sättigung», sagt Sabine Weber vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK). Vor allem im Raum Oberaargau seien Stellen rar. Zumal die SRO am Spital Langenthal nun auch nicht mehr Personal brauche. Das heisst für die Pflegefachfrauen: Sie müssen im Bereich der Langzeitpflege wie der Spitex eine Stelle suchen. Oder sie orientieren sich beruflich in Richtung Region Bern. Sollten alle Stricke reissen, wartet ein Fangnetz, mit dem auch die Personalverbände «zufrieden» sind, wie Weber bestätigt. So erhalten Angestellte, falls sie keine Stelle finden, den Lohn noch drei Monate über die Kündigungsfrist hinaus weiterbezahlt. Und falls jemand nun schon früher ein neues Angebot annehmen möchte, kürzt die SRO die Kündigungsfrist zum eigenen Nachteil. Darüber hinaus bekommen alle Mitarbeiter eine Abgangsentschädigung. Wer zahlt den Sozialplan? Noch unklar ist allerdings, wer den Sozialplan zahlt. Ein entsprechendes Gesuch an die Gesundheitsdirektion (GEF) hat die SRO eingereicht. Die Zusage steht noch aus. Auch die Personalverbände fordern, dass der Kanton die flankierenden Massnahmen zahlen soll. Doch auch wenn die GEF nicht gewillt sein sollte, für die Angestellten ändert sich nichts: «Die Leistungen bleiben die gleichen», verspricht Personalchefin Schüpbach. Dann würde die SRO in die Bresche springen. Dominik Balmer>

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