Zum Hauptinhalt springen

Denkmäler auf Schuttkegel

Die Michaelskirche Meiringen wurde am Europäischen Tag des Denkmals von Besuchern besonders aufmerksam betrachtet.

Seit über 1000 Jahren liegt die Michaelskirche «am Lebensweg» des Haslitals. Auf sie – und mit einer «Zeitreise» – lenkte die Regionalgruppe Interlaken-Oberhasli des Heimatschutz darum das Interesse der Besuchergruppen. Denn das Motto des diesjährigen Tag des Denkmals in der Schweiz lautete «Am Lebensweg». Gleich drei Führer hatte die Kirchgemeinde für den Europäischen Tag des Denkmals aufgeboten. Der eine von Ihnen, Fritz Holzer, machte gleich zu Beginn des Rundgangs klar, dass die Hasler in Sachen Historie einiges wünschten, was nicht zu belegen ist. Zum Beispiel, dass Menschen aus Skandinavien über den Brünig ins Aaretal gezogen und so zu Haslern geworden seien. Oder der markante, wie ein Campanile frei stehende Glockenturm: «Seinen Ursprung sähen wir gerne als Wachtturm der Römer», sagte Holzer, «Fakt aber ist, dass er im 13.Jahrhundert gebaut worden ist und immer Glocken getragen hat.» Die Kirche unter der Kirche Meiringens Zentrum liegt auf einem bis zu 35 Meter hohen Schuttkegel, am Fuss des Haslibergs geschaffen vom Alp-, Dorf- und Mühlebach. Die Wildbäche haben dem Dorf immer wieder zugesetzt. Am heutigen Kirchenbau sowie im archäologisch erschlossenen – und Besuchern zugänglichen Untergeschoss lassen sich mindestens sieben Murgänge nachweisen, die die Meiringer Kirchen stets von neuem mit Geröll und Schlamm füllten. Im Verlauf der Kirchenrenovation von 1916 wurden Überreste von drei Vorgängerkirchen wiederentdeckt und freigelegt. Konserviert und wissenschaftlich dokumentiert werden konnten sie erst 2005. Einst ein Zwischenlager Dass die aus Kirche, Zeughauskapelle, Pfarrhaus und Pfrundscheune bestehende historische Baugruppe «am Lebensweg» liegt, belegt allein schon die Tatsache, dass hier eine sogenannte Sust bestanden hat; ein Gebäude also, das im Mittelalter als Zwischenlager für Güter diente, die auf einem der damals wichtigsten Handelswege vom Norden in den Süden, über den Brünig, die Grimsel und den Griespass transportiert wurden. Jüngstes Objekt der Gebäudegruppe – und heute gewissermassen eine letzte Station «am Lebensweg» – die 1763 erstellte Pfrundscheuer. Sie wurde 2005 auf den ursprünglichen Zustand zurückgeführt und nach Plänen der Meiringer Architekten Bisäth und Linke zu einer Abdankungshalle umgestaltet. Zum Tag des Denkmals gab es auch in Spiez, Thun und Zweisimmen Besichtigungen. André Hug >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch