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Davos mogelt sich zum zweiten Sieg

eishockeyDem HC Davos fehlen noch zwei Siege zum 30.Meistertitel. Die Bündner gewannen Spiel 2 in Kloten 2:1. Verdient war der HCD-Sieg nicht, Trainer Arno del Curto sagte, er habe «Davos wohl noch nie so schwach gesehen».

Rekordmeister HC Davos nähert sich dem 30.Titelgewinn. Die Bündner gewannen in Kloten mit 2:1 auch das zweite Finalspiel. Die dritte Partie findet am Dienstag wieder in Davos statt. In Kloten stahl der HCD den Sieg. 48 Stunden nach der 2:5-Niederlage im ersten Finalspiel dominierten die Kloten Flyers die zweite Partie beinahe nach Belieben. Aber das Heimteam vermochte aus der krassen Überlegenheit (49:14 Torschüsse) kein Kapital zu schlagen. Davos leistete sich ausserdem viele Strafen und wurde selbst dafür nicht bestraft. «Wir haben gewonnen, hier aber eine Ohrfeige kassiert», meinte Arno del Curto. «Wir haben liederlich gespielt. Ich habe Davos wohl noch nie so schwach gesehen.» Den Sieg verdankte n die Davoser in erster Linie ihrem Goalie. Leonardo Genoni verlor zwar dreimal seinen Torhüterstock, aber nie die Übersicht. 48 Schüsse parierte der 23-jährige Keeper. Davos’ Glück, Klotens Pech Trotz Zürcher Überlegenheit gelang das siegbringende 2:1 nach 42 Minuten aber dem HCD. Dario Bürgler passte backhand durch den Slot zu Verteidiger Lukas Stoop, der per Direktabnahme Klotens Keeper Ronnie Rüeger mit dem elften Davoser Torschuss zum zweiten Mal bezwang. Kloten verteidigte bei dieser Szene wenn nicht sorglos, dann glücklos. Bürglers Zuspiel an drei Klotenern vorbei hätte niemals bei Stoop ankommen dürfen. «Dass so ein Pass an drei Stöcken jeweils um einen Zentimeter vorbeirutscht, passiert etwa einmal in 100 Spielen», meinte hinterher Romano Lemm. Schon beim ersten Gegentreffer nach 7 Minuten hatten sich die Flyers tollpatschig angestellt. Zuerst wechselten sie zur Unzeit, dann lief der Kanadier Mark Bell auch noch in Schiedsrichter Didier Massy hinein. Lukas Stoop (Assistent) und Peter Guggisberg (Torschütze) nützten den freien Raum zur erstmaligen Bündner Führung. Lemms Erinnerung Klotens einziges Tor an diesem Abend gelang in Überzahl Matthias Bieber nach 13 Minuten zum 1:1-Ausgleich. Dass sie die Partie trotz der klaren Dominanz verloren, gab den Klotenern zu denken. Romano Lemm: «Man vermag es kaum zu glauben, was da abgelaufen ist. Vor einem Jahr erlebte ich etwas Ähnliches, als mir in Lugano fünf Tore in einem Spiel gelangen, wir aber 6:7 verloren (im Viertelfinal gegen Bern, die Red.).» Mit dem 2:1-Erfolg in Kloten verlängerte der HC Davos seine Siegesserie auf 17 Spiele; die letzte Niederlage datiert vom 22.Januar gegen den EV Zug. Nur zwei Siege fehlen den Bündnern noch zum Durchmarsch durch die Playoffs. Seit die Postseasons mindestens nach dem Modus best of 5 gespielt werden (1987), blieb noch nie eine Mannschaft in der finalen Phase der Saison ohne Niederlage. Die lange Siegesserie erachtet Arno del Curto auch als den Auslöser für die unbefriedigende Leistung seiner Mannschaft: «Nicht einmal der FC Barcelona gewinnt so viel wie wir. Wir siegen und siegen, aber die Leistungen werden immer schlechter. Kloten hätte schon bei Spielmitte 4:0 oder 5:0 führen müssen.» Kloten glaubt weiter an Sieg Können die Kloten Flyers diese Niederlage noch wegstecken? Der Tenor auf beiden Seiten ist zumindest klar: Entschieden ist noch nichts. «Kloten will den Titel um jeden Preis», erkannte Arno del Curto. Und auch auf Klotener Seite gibt sich noch niemand geschlagen. Romano Lemm: «Wir haben zweimal gut gespielt. Das müssen wir mitnehmen. Natürlich bringt es uns nichts, gut zu spielen, aber dennoch zu verlieren. Aber es ist besser, als zu verlieren und überhaupt keine Chance zu haben.» Rolf BichselTelegramm Seite 26>

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