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Das Warten auf Massnahmen

Der Kampf gegen Nachtlärm in der Thuner

Wie kann man Bewohner vor übermässigem Nachtlärm und die Altstadt vor Vandalismus und Verschmutzung schützen? Darüber diskutierte der Altstadt-Stamm mit Regierungsstatthalter Marc Fritschi. «Ich muss mich an die geltenden Gesetze halten», dämpfte dieser zu hohe Erwartungen. Er könne Wirte bei Fehlverhalten zwar verwarnen und ihnen sogar den Betrieb schliessen. Die kritisierten Auswüchse im Aussenraum seien einem einzelnen Gastronomen aber schwer als dessen «Schuld» zu beweisen. Ohne zu wissen, dass der Statthalter bezüglich Überzeitbewilligungen bis 5 Uhr teilweise bereits entschieden hatte (vgl. gestrige Ausgabe), legten ihm die Altstädter ihre bekannten Sorgen dar. Sie möchten einfach ein Minimum an Nachtruhe und weniger Belästigung, Dreck und Fäkalien in der «schönsten aller» Altstädte. Die Liberalisierung (Wegfall Fähigkeitsausweis für Kleinbetriebe, Anzahl Betriebe nach Bedürfnisklausel) sei wohl falsch gewesen, vermuteten Votanten. Die hätte dazu geführt, dass heute unqualifizierte Wirte wirkten, und es zunehmend mehr Betriebe gebe. Wollte man das ändern, müsste das über den politischen Weg geschehen, zeigte Fritschi auf. In der Altstadt gibt es aktuell 53 Gastrobetriebe. Davon sind 18 bis 3.30 Uhr offen, und etwa 10 haben nicht mehr als 30 Plätze. Gesamthaft zählt Thun gut 200 Betriebe, was auf 200 Einwohner einen ergibt. Die Auswüchse, waren sich Statthalter und Altstädter einig, seien ein gesellschaftliches Problem. Vergnügungshungrige Jugendliche kämen schon ohne Hemmschwelle, angeheitert und mit gekauftem Alkohol in die Stadt. Sie zu Anstand und Rücksichtnahme zu erziehen, wäre primär Aufgabe der Eltern. «Wie verhalten sich wohl dereinst die Kinder der heutigen Jugendlichen?», fragte sich eine Votantin. «Ich hoffe, dass sie ihre Kinder besser erziehen, als sie sich heute verhalten», antwortete ein Jugendlicher. Er fand, dass Jugendliche wie Altstadtbewohner mit ihren Forderungen «übers Ziel hinausschiessen». Es müsste gemeinsam nach einem Mittelweg gesucht werden. Auch Gewerbeinspektor Reto Keller wünscht sich mehr gegenseitige Toleranz. «Wir müssen aber die schwarzen Schafe herauspicken», doppelte er nach. Er stellte ausserdem für den 19.März ein «griffiges» Massnahmenpaket der Stadt in Aussicht. «Sie werden etwas bringen, und ihr werdet es spüren», versprach er. Erster Ostereiermärit Der Stamm versucht die Altstadt mit diversen Aktivitäten in ein positives Licht zu rücken; zum Beispiel mit jährlich drei speziellen Märkten. Zurzeit laufen die Vorarbeiten für einen ersten Ostereiermärit am 20.März auf Hochtouren. Wie Koordinatorin Regula Saameli verriet, werden Kinder selber Eier bemalen können. Nelly Kolb>

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