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Das Sprungbrett am Thunersee

handballWer bei Wacker in der U-19-Mannschaft glänzt, hat gute Perspektiven. Rivale BSV Bern Muri holt

Die Tribüne leert sich, ein Gros der Zuschauer geht nach Hause. Noch gehört die grosse Bühne anderen. Die U-19-Auswahl Wacker Thuns spielte am «Derby Day» gleich nach dem Nationalliga-A-Team. Für sie interessiert sich die Masse nicht; Zeugen ihres 49:28-Siegs über die Gleichaltrigen des Kantonsrivalen sind im Wesentlichen Leute mit Bezug zu Spielern oder Verein. Zumindest Einzelne dürfen sich aber Chancen ausrechnen, in den Fokus zu rücken. «Der Nachwuchs ist unsere Basis», sagt Marcel Gasser, der seit acht Jahren in der Juniorenabteilung des besten Berner Handballklubs arbeitet. Und Thomas Fahrni, Chef von Wackers 1.Mannschaft, sagt: «Für mich ist die U-19 sehr interessant. Ich verfolge, was sich dort tut.» Die Oberländer verfügen über beispielhafte Strukturen, Emporkömmlinge zu fördern. Fahrni erklärt: «Üblich ist, dass ein Spieler, der sich auf unserer höchsten Nachwuchsstufe gut schlägt, vorübergehend für Steffisburg spielen wird.» Der Partnerverein der Thuner spielt in der zweithöchsten Klasse und stellt in der Laufbahn einiger Arrivierter den Übergang zwischen Junioren- und Spitzenhandball dar. Nur die wenigsten schafften es ohne Umwege in die Nationalliga A, sagt Gasser. Er denkt dabei an Jonas Dähler, «bei dem das damals sehr schnell gegangen ist». Der rechte Flügel ist mittlerweile Teil der Landesauswahl. Die Entwicklung des 22-Jährigen überrascht Gasser nicht. «Man sieht jeweils schon, wer es wohl packen wird.» «Talentiert, aber etwas klein» Wackers aktuelle Generation von U-19-Spielern ist gemäss Fahrni «talentiert, aber viele sind etwas klein». Das Team belegt in der Liga einen Platz im Mittelfeld, womit es gegenüber Vorgängern eher abfällt. «Die Meisterschaft ist ausgeglichener geworden. Wir und die Zürcher waren früher überlegen; heute befinden sich die Teams etwa auf Augenhöhe.» Davon profitierten aber auch sie, sagt Gasser, für den seine Spieler ungefähr 1.-Liga-Niveau haben. Ein Verein, der an Terrain wettgemacht hat, ist der BSV. Seine Nachwuchsleute stehen in der Tabelle gar vor den Thunern. Dass diese am «Derby Day» überdeutlich gewinnen, ist auch darauf zurückzuführen, dass die Stadtberner am Morgen desselben Tages schon ein Spiel bestritten haben. «Die haben schon aufgeholt», sagt Gasser. Um Talente in Bern buhlen beide Vereine; Wacker ist aber primär Oberland-orientiert. Nicht umsonst wird die Thuner Juniorenabteilung «Lakeside» genannt. Für Wacker, das nicht in der Lage ist, sich im grossen Stil bei andern zu bedienen, ist der Nachwuchs quasi ein Becken potenzieller Kräfte fürs Fanionteam, die U-19 deren Sprungbrett auf höhere Ebenen. Einer, der nach jetzigem Stand tolle Aussichten hat, es nach oben zu schaffen, ist Ivan Wyttenbach. Er ist erst 16 und eins der grössten Talente bei den Oberländern. Die Opfer, die er zugunsten möglichen sportlichen Erfolgs bringt, sind bereits gross. Das Gymnasium hat er unlängst abgebrochen. Nun lässt er sich zum Kaufmann ausbilden und wird dafür ein Jahr länger als gewöhnlich benötigen. Sechs Übungseinheiten pro Woche besucht er schon. All das macht er gerne. Am «Derby Day» durfte er schon mal schnuppern, wie es ist, im Kreis der 1.Mannschaft zu sein – deren Spieler schauten zu. Wyttenbach schwärmte anschliessend von der Kulisse. Was wird er erst von der grossen Bühne halten? Adrian Horn>

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