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«Das Rennen ist zur Tortur geworden»

Fabian CancellaraDer Berner spricht über seinen Auftritt, den neuen Weltmeister und vergleicht seine Situation mit jener Roger Federers.

Nachdem er die Enttäuschung zumindest vorübergehend überwunden hatte, äusserte sich Fabian Cancellara über seine Darbietung: Es war schlicht nicht mein Tag; es lief von Beginn weg nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich fand den Rhythmus nie, brachte nicht den gewünschten Druck auf die Pedale. Das Rennen ist für einmal nicht zum coolen Ritt, sondern zur Tortur geworden. die Materialprobleme vor dem Start: Bei der ersten Kontrolle kam mein Velo durch, bei der zweiten wurde etwas beanstandet. Das ist halt so eine Sache, wenn die Räder immer von anderen Leuten kontrolliert werden. Es ist nicht ideal, wenn die Kontrolleure das Rad 35 Sekunden vor dem Start noch in den Händen halten und heftig miteinander diskutieren. Das soll keine Ausrede sein. Aber wenn man gewinnen will, müssen die kleinen Sachen stimmen; bei mir war das schon oft der Fall. Kapitel wie jenes mit der Materialkontrolle kommen in diesen Erfolgsgeschichten jedoch nicht vor. den Unterschied zu seinem Titelgewinn an der Heim-WM 2009: Am Morgen vor dem Rennen hatte ich mir das Video von Mendrisio angeschaut. Damals kam ich mit viel Schub aus den Kurven, als hätte ich den Turbo gezündet. Das gelang mir hier nicht; es war ein träges Rennen. den Gewinner: Tony wollte den Sieg wie kein anderer; er ist der richtige Weltmeister. die Bedeutung der Bronzemedaille: Ich zog einen schlechten Tag ein, gewann aber trotzdem etwas. Wahrscheinlich hatten etwa 98 Prozent der Schweizer gedacht, ich würde zum fünften Mal Gold gewinnen. Nun hat es halt nicht geklappt. Dramatisch ist das nicht. Dramatisch ist, wenn ein UBS-Banker zwei Milliarden Franken in den Sand setzt. seine Aussichten im Hinblick auf das Strassenrennen vom Sonntag: Wenn ich einen besseren Tag einziehe, ist vieles möglich. Im Training hatte ich ein sehr gutes Gefühl, die physischen Werte sind ausgezeichnet. Im Training war ich auch viel besser aus den Kurven gekommen. das Olympiazeitfahren 2012 in London: Es gibt nicht nur Tony und mich, sondern auch andere, die ein Zeitfahren gewinnen können. Schauen Sie Roger Federer an: Er wurde von Nadal und Djokovic überholt, aber er gibt nicht auf. Im Gegenteil, er ist sehr motiviert, er will wieder dorthin zurückkehren, wo er einmal war. Bei mir wird es genauso sein. Aufgezeichnet: mjs >

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