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Das millionenteure Salzlager ist bereits zu klein

Für 12 Millionen Franken haben die Rheinsalinen vor fünf Jahren ein neues Grosslager gebaut. Das ernüchternde Fazit: Der akute Lieferengpass für Strassensalz zeigt deutlich auf, dass das Lager zu klein konzipiert wurde.

Das Bild von 1999 ist Armin Roos von den Schweizer Rheinsalinen in Pratteln noch allgegenwärtig: «Nach dem Rekordwinter waren unsere Lagerhallen richtiggehend leergefegt, die Vorräte waren aufgebraucht.» Es sei damals klar gewesen: «Das müssen wir in Zukunft verhindern», so der Verkaufsleiter der Salinen. Reagiert hat das Salzwerk mit dem Bau des 12 Millionen Franken teuren Saldome in Riburg AG. Im neuen Grosslager, das 2005 eröffnet wurde, konnten zusätzliche 80000 Tonnen Strassensalz, auch Auftausalz genannt, gelagert werden. Das sollte die Versorgungssicherheit der Schweiz gewährleisten – auch in langen, kalten Wintern. Auch dann, wenn für die Sicherheit auf den Strassen überdurchschnittlich viel Auftausalz benötigt wird. Heute, gut zehn Jahre später, fällt die Bilanz ernüchternd aus: Die Schweizer Rheinsalinen können als Monopolistin im Schweizer Markt trotz neuen Grosslagers die Nachfrage nach Strassensalz nicht abdecken. Salinen sind selbstkritisch «Hätten wir gewusst, dass die Winter noch strenger werden, hätten wir damals bestimmt eine grössere Halle gebaut», sagt Armin Roos selbstkritisch. Deshalb sei es durchaus wahrscheinlich, dass die Rheinsalinen demnächst für mehrere Millionen Franken eine weitere Lagerhalle bauten. «Ideal wäre ein Neubau in der Nähe des heutigen Saldome in Riburg», so Roos. Wäre mit einem neuen Lager das Problem endgültig gelöst? «So einfach ist das nicht», sagt Roos. In strengen Wintern könnten die Rheinsalinen auch künftig nicht mehr als rund 1000 Tonnen Auftausalz produzieren. «Wir hätten aber immerhin einen zusätzlichen Puffer und könnten die Lager in milderen Zeiten auffüllen.» Denn das Strassensalz sei quasi unendlich lange haltbar. «Wir müssen sparsam sein» In der aktuellen Situation gebe es nur eine Möglichkeit: «Wir müssen mit dem Ausliefern des Salzes sparsam sein», sagt Roos. Will heissen: Es können längst nicht mehr alle Bestellungen abgewickelt werden. Rund 30000 Tonnen benötigtes Salz können derzeit nicht ausgeliefert werden. Die Lage für die Mitarbeiter der Winterdienste ist ungemütlich: Wegen des Lieferengpasses gehen die Vorräte bald zur Neige. Auch hier gilt die Devise des Sparens. «Wenn sich das Wetter nicht ändert, muss der Winterdienst auf einzelnen Kantonsstrassen teilweise eingeschränkt werden», teilte der Kanton Bern gestern mit. Für die 200 Kilometer National- und 2100 Kilometer Kantonsstrassen hat das kantonale Tiefbauamt nur die Hälfte der bestellten Salzmenge erhalten. Es gibt durchaus Alternativen zum Auftausalz, die aber als weniger effizient gelten. Ziemlich intensiv getestet wird im Kanton Bern derzeit – vor allem im Berner Oberland – die Zuckermethode, die der Kanton als «Erfolg versprechend» einstuft (siehe Kasten).Philippe Müller >

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