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«Das Kunsthaus ist Botschafterin der Stadt»

LangenthalDas Kunsthaus ist vom Bundesamt

Frau Fetzer, Anerkennung vom Bund gibts nicht alle Tage. Überrascht? Fanni Fetzer: Überrascht weniger. Wir haben ja letztes Jahr schon einen Preis bekommen. Aber dass wir jetzt wieder ausgezeichnet wurden, hat mich sehr gefreut. Das ist eine Bestätigung für unsere Arbeit. Die Jury lobt vor allem die «Verbindung zwischen dem Kunsthaus und den lokal verankerten Aktivitäten zu Design und Architektur». Das genau ist unser Bestreben: Einerseits wollen wir einem nationalen Anspruch genügen, andrerseits aber auch lokale Themen aufnehmen. Ein Beispiel? Denken Sie nur an den vor drei Jahren verstorbenen Langenthaler Fotografen Wilhelm Felber, den wir wieder in Erinnerung riefen und so womöglich vor dem Vergessen bewahrten. Oder auch an unsere nächste Ausstellung «Das Dorf», die am 24.November beginnt. Erst vor einer Woche hat die «Neue Zürcher Zeitung» geschrieben, das Kunsthaus sorge auch national für Beachtung. Sie werden ja überhäuft mit Lob. Als ich hier vor vier Jahren angefangen habe, hoffte ich, auch ausserhalb von Langenthal wahrgenommen zu werden. Bis es aber so weit war, war harte Arbeit nötig. Und jetzt kommt die Anerkennung verzögert, dafür gebündelt (lacht). Der lokale Ansatz ist also nur Pflicht? Nein, es braucht beides. Ich fände es aber schade, wenn Langenthal nur über einen neuen Bundesrat oder den Designers’ Saturday national wahrgenommen würde. Ich verstehe Kultur und das Kunsthaus als Botschafter für Langenthal. Mir persönlich würde es jedenfalls stinken, das Kunsthaus nur für die Langenthaler zu betreiben. Immerhin kommt rund die Hälfte unserer Besucher von auswärts. Um auf sich aufmerksam zu machen, scheuen Sie auch nicht vor Provokationen zurück, wie die Hakenkreuzinstallation oder das Minarettmodell zeigten? Reine Provokation lehne ich ab. So gibts bei uns keine Nackten oder Gewaltdarstellungen. Aber ich erachte es sehr wohl als unsere Aufgabe, politische und gesellschaftliche Tabus infrage zu stellen – wie bei den genannten Beispielen. Dafür wollte Ihnen die SVP die Gelder kürzen. Unser Programm muss keiner Partei gefallen. Zudem leben wir vor allem von Mitgliederbeiträgen des Kunstvereins und dem Fundraising, also von Gönnern und Spendern. Da können Sie sich mit den gewonnenen 20000 Franken keine Lohnerhöhung genehmigen? Nein, nein. Aber ich bin froh, dass nun schon etwas Druck weg ist von unserer Budgetplanung. Interview: Stefan AerniFanni Fetzer (36), wohnhaft in Zürich, ist seit April 2006 Leiterin des Kunsthauses Langenthal.>

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