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Das Handy ist eine Kostenfalle

Heute beginnen für viele Berner die Ferien. So praktisch das Handy am Strand auch sein mag: Wer nicht aufpasst, wird zu Hause eine gesalzene Rechnung vorfinden – insbesondere, wer unterwegs E-Mails checkt und im Web surft.

Stehen Sie in der fremden Stadt im Abseits und wollen zurück auf den rechten Weg? Sollten Sie in den Ferien dringend eine E-Mail schreiben? Oder möchten Sie den Bürokollegen einen mit Schadenfreude gewürzten Fotogruss vom Strand schicken? All dies liesse sich mit Smartphones wie dem iPhone gut erledigen. Doch in den Ferien lässt man besser die Finger davon. Es geht ins Geld, wenn man in einem fremden Land ganz normal das Handy benutzt. Die Gebühren für den SMS-Versand sind zwar noch überschaubar: In den europäischen Feriendestinationen bezahlt man meist 40 Rappen pro Nachricht. Teurer sind Telefonate: Ruft man etwa aus Frankreich oder Spanien mit einem normalen Swisscom-Abo ein Schweizer Festnetztelefon an, werden 85 Rappen pro Minute fällig, aus Kroatien 2.20 Franken. Unglaublich hoch wird die Rechnung aber, wenn man per Handynetz im Internet surft. «Wer in den Ferien Daten übermittelt, muss auf der Hut sein», warnt Ralf Beyeler, Telecomexperte beim Vergleichsdienst Comparis. Den Komfort, jederzeit auf alle Infos zugreifen zu können, bezahle man sehr teuer. Ein Beispiel: Die 250 Megabytes, die bei der Swisscom in der Schweiz monatlich 10 Franken kosten, schlagen in Nachbarländern mit 2500 Franken zu Buche. Selbst mit einer vorgängig abgeschlossenen Reiseoption kosten sie 500 Franken. «Es gibt keinen plausiblen Grund für solch horrend hohe Tarife», sagt Beyeler. «Die Anbieter kassieren schamlos ab – und behindern damit die Entwicklung.» Wer kassiert diese Beträge? «In den letzten drei Jahren konnten wir die Roaming-Tarife um bis zu 50 Prozent senken», sagt hingegen Olaf Schulze, Mediensprecher bei der Swisscom. Und auch die anderen Anbieter weisen auf die günstigeren Tarife hin. Sie betonen zudem, dass sie die Tarife nicht selbst festlegen, sondern mit den Netzbetreibern in anderen Ländern einzeln aushandeln müssen. Daraus wird ein Durchschnittspreis für die betreffende Länderzone errechnet. Welchen Betrag der Netzbetreiber im Reiseland und welchen der Anbieter zu Hause kassiert, geben die Firmen nicht bekannt. Mit der Mischrechnung hat sich eines gebessert: Kunden müssen nicht mehr aufpassen, in welches Netz sie sich einwählen. «In der ganzen Zone gilt ein Preis», erklärt Schulze. Neu müssen die Mobilfunkbetreiber ihre Kunden aktiv über die geltenden Roaming-Tarife informieren. Das schreibt die revidierte Fernmeldedienstverordnung so vor. Die Information geschieht per SMS. In der Kurznachricht steht unter anderem, wie viel ein Anruf in die Schweiz kostet, was für ankommende Telefonate fällig wird und wie teuer SMS und Daten sind. Doch reichen diese mitunter technischen Angaben aus? «Ja», findet Marie Claude Debons, Mediensprecherin bei Orange. «Die Informationen in der SMS sind sehr detailliert.» Zusätzlich würden die Kundinnen und Kunden über andere Kanäle informiert, sagt auch Roger Schaller, Mediensprecher bei Sunrise: auf der Website etwa, in Rechnungsbeilagen, bei Anrufen beim Kundendienst oder in den Shops. Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Comparis ist anderer Meinung. «Die Info-SMS bringt wenig», sagt er. Viele Kunden könnten die Zahlen nicht richtig interpretieren – insbesondere jene für die Datenkosten nicht. Vorsorge und Vorsicht Wer keine unangenehme Überraschung erleben will, bereitet sich bereits vor der Abfahrt vor: Wird die Combox ausgeschaltet, spart man sich teure Anrufweiterleitungen. Und bei Smartphones muss die automatische Datenübertragung übers Mobilfunknetz deaktiviert werden. Wie das geht, zeigen die Mobilnetzbetreiber in Anleitungen auf ihren Websites. In den Shops kann man sich zudem beraten lassen – und auch gleich eine Reiseoption abschliessen. Diese macht Sinn, wenn das Handy für mehr als zwei, drei SMS genutzt werden soll (siehe Tabelle). Unterwegs kommuniziert man günstiger per SMS als per Anruf. Auf MMS hingegen sollte man verzichten, da oft Datentarife fällig werden. Mit Surfen und Mailen wartet man, bis man einen WLAN-Zugang aufgestöbert hat. Lässt man etwas Vorsicht walten, sollten die Ferien auch nach der Heimkehr in guter Erinnerung bleiben.Mathias Born >

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