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Das Entscheidende fehlt Wozniacki

TennisCaroline Wozniacki bleibt die Nummer 1, die kein Grand-Slam-Turnier gewinnen kann. Die Dänin unterlag der Slowakin Daniela Hantuchova klar mit 1:6 und 3:6.

Eigentlich ist das Leben der Caroline Wozniacki schön. Erst 20 Jahre alt ist die Dänin und hat als Tennisspielerin bereits 9,7 Millionen Dollar Preisgeld eingenommen. 16 Turniersiege konnte sie bereits feiern, sie ist die Nummer 1 der Weltrangliste. Und doch fehlt ihr etwas Entscheidendes: ein grosser Titel. Noch nie reüssierte die Frau aus Odense an einem Major-Turnier. Und so paradox es klingen mag: Das wäre kein Problem, wenn sie gemäss WTA-Computer nur die zweitbeste Spielerin der Frauen-Tour wäre. Doch weil sie die Nummer 1 ist, wird von ihr erwartet, dass sie an einem Grand-Slam-Event reüssiert. Nur so habe sie den Platz auf dem Thron wirklich verdient, heisst es. Sang- und klanglos Als sie gestern in Roland Garros wieder mit ihrem «Manko» konfrontiert wurde, war bereits klar, dass sich Wozniacki noch mindestens bis Wimbledon gedulden muss, bevor sie die Kritiker zum Schweigen bringen kann: Die Dänin war in der dritten Runde des French Open gescheitert. Sang- und klanglos war sie gegen Daniela Hantuchova mit 1:6 und 3:6 untergegangen. Sie war danach bemüht, Haltung zu bewahren: «Ich fühle mich nicht unter Druck, weil ich noch keinen Grand-Slam-Titel gewonnen habe. Ausserdem ist Sand nicht meine bevorzugte Unterlage», erklärte sie. Schob dann aber trotzig nach: «Ich weiss, was ich kann. Und ich weiss, dass ich eine grossartige Spielerin bin.» Dass sich die einstige Top-5-Spielerin aus der tristen Industriestadt Poprad den Sieg verdiente, steht ausser Frage. Fragwürdig ist hingegen Wozniackis Turnierplanung. Sie spielte im Bois de Boulogne bereits ihr 12.Turnier des Jahres und hat mehrere Kraftakte hinter sich, welche Fachleute verwundern. Einen Tag nach dem Titelgewinn in Charleston trat sie bereits an einer Promoveranstaltung in Monte Carlo auf, in der Woche vor Paris legte sie keine Pause ein, sondern spielte (und siegte) in Brüssel. «Meine Planung ist gut, daran liegts nicht. Ich weiss aber, dass ich in meinem Spiel noch einiges verbessern muss und werde das auch schaffen», so die Dänin. Dem widerspricht niemand. Doch in Zeiten, in denen die verletzte Serena Williams noch immer als eigentlich Beste ihrer Zunft betrachtet wird und es generell im Frauen-Tennis an Figuren mangelt, würde es dem ganzen Frauen-Tennis helfen, wenn sich die Nummer 1 des Rankings auch einmal auf höchster Ebene durchsetzt. Tatsache ist, dass ein Tag nach Kim Clijsters (Be/2) in Paris auch die topgesetzte Frau ausgeschieden ist. Die Weltnummer 1 Caroline Wozniacki wurde von Daniela Hantuchova (Slk/28) vorgeführt. Damit sind erstmals überhaupt in der Geschichte der Open Era (seit 1968) bei einem Grand-Slam-Turnier die Turniernummern 1 und 2 vor den Achtelfinals ausgeschieden. Rücktritt von Schnyder? Der Rücktritt von Patty Schnyder dürfte heute zum Thema werden. Die Baselbieterin, die nach ihrer Erstrunden-Niederlage in Paris nichts zu ihrer Zukunft sagen wollte, gibt heute Samstag am Mittag im grossen Interviewsaal von Roland Garros eine Pressekonferenz. Alles deutet auf das Karriereende hin. Djokovic-Match vertagt Leidtragende der Marathon-Partie zwischen Stanislas Wawrinka und Jo-Wilfried Tsonga waren Novak Djokovic und Juan Martin del Potro. Ihr Duell musste beim Stande von 6:3, 3:6 vertagt werden. Der Serbe und der Argentinier mussten lange warten, ehe sie gegen 19.30 Uhr auf den Court Suzanne Lenglen «verbannt» wurden. Djokovic begann beeindruckend, im zweiten Satz demonstrierte der Argentinier aber seine Gefährlichkeit und schaffte den Gleichstand. Im letzten Game wehrte er dabei zwei Breakchancen mit Assen ab und liess zwei weitere Aufschlagwinner folgen. Gasquets späte Premiere Am anderen Ende der Gefühlsskala stand gestern Richard Gasquet. Der mit immensem Talent gesegnete Franzose bezwang den früheren Gstaad-Sieger Thomaz Bellucci (Br/23) in vier Sätzen und erreichte damit erstmals bei seinem Heim-Major den Achtelfinal. Für den 24-jährigen Franzosen, der stets unter gewaltigem Druck in der «grande nation» steht, war dies neun Jahre nach seinem Junioren-Titel endlich die erste Bestätigung auf Aktivenstufe.si>

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