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Das endgültige Aus für den Quelle-Versand

Die Rettungsversuche waren umsonst: Das deutsche Versandhaus Quelle steht vor dem Aus. Nicht betroffen ist Quelle Schweiz.

Das Ringen um Quelle war vergeblich: 82 Jahre nach der Gründung steht das traditionsreiche Versandhaus vor dem endgültigen Aus. Sämtliche Rettungsbemühungen für das insolvente Fürther Unternehmen mit rund 10 500 Beschäftigten sind gescheitert. «Nach intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr», teilte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Montagabend mit. Das Aus für Quelle kam so, wie der Kunde im Versandhandel normalerweise bezahlt: in Raten. Insolvenzantrag im Juni, anschliessend wochenlanges Gezerre um den Druck des neuen Katalogs, der schliesslich in letzter Sekunde mit einer staatlichen Bürgschaft gesichert wird. Wenig später neue Schwierigkeiten um die Anschlussfinanzierung; schliesslich aufkeimende Hoffnung auf einen Investor, die aber Montagnacht jäh und überraschend zerstört wurde. «Eine Riesen-Katastrophe» «Das ist für die betroffenen Menschen und ihre Familien eine Riesen-Katastrophe», sagte Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel am Dienstag den Medien. «Obwohl ich nie aufgebe, mache ich mir jetzt keine Hoffnungen mehr.» Auch viele Quelle-Angestellte sehen für sich keine Perspektive mehr. Schweiz nicht betroffen Nicht betroffen vom Aus von Quelle Deutschland ist Quelle Schweiz. Wie gestern Nachmittag am Hauptsitz in St. Gallen zu erfahren war, geht hierzulande alles weiter wie bisher. Quelle Schweiz sei unabhängig vom deutschen Verlag und könne weiter bestehen, hiess es. Für die 160 Mitarbeiter und die Kunden in der Schweiz dürfte sich demnach vorerst nichts ändern. Gegenseitige Vorwürfe Wie es mit den 10500 Angestellten weitergeht, steht in den Sternen. Viele Frauen sind vom Jobverlust betroffen, die schon Jahrzehnte bei Quelle arbeiten und nur schwer einen neuen Arbeitsplatz finden werden. «Viele dieser Mitarbeiter werden erstmal in die Arbeitslosigkeit gehen», räumte der Leiter der bayerischen Arbeitsagentur, Rainer Bomba, am Dienstag unumwunden ein. «Einige Hundert, vielleicht tausend werden wir vermitteln können, aber es gibt kein zweites Versandhaus, das die jetzt aufnehmen kann.» Unterdessen streiten sich Gewerkschafter und Politik darüber, wer die Verantwortung für das Desaster hat. Von einem «tragischen Schlusspunkt einer Reihe politischer Fehlentscheidungen» sprach die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Dienstag. Dagegen betonte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der Freistaat habe «das Menschenmögliche» für Quelle getan. dpa/phm >

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