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Dank Rama gelingt die Reaktion

Thun hat gegen Basel

Aufsteiger Thun hat am Wochenende mit dem 1:1 gegen Meister Basel auch am fünften Spieltag die Ungeschlagenheit gewahrt und den zweiten Platz in der Super League verteidigt. Am Sonntag treten die Thuner in Luzern zum Spitzenkampf an. Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin kam gegen Basel bereits zum vierten Unentschieden in dieser Saison, erstmals war der Coach hinterher mit dem einen Punkt zufrieden. «Das Team hat Moral bewiesen», sagte Yakin. Der gebürtige Basler, der für das Spiel eine Krawatte in den Thun-Farben Weiss-Rot trug, hatte gesehen, wie die Thuner anders als gegen YB (1:1), GC (2:2) und Sion (1:1) nicht den Vorsprung preisgaben, sondern einen Rückstand aufholten. Vier Minuten nach dem Führungstreffer der Basler durch Pascal Schürpf und nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung glich Milaim Rama die Partie in der 85.Minute aus. Der Routinier traf nach einem Eckball des ebenfalls eingewechselten Stephan Andrist per Kopf. Andrists grosse Freude Andrist war überglücklich: «Auf diesen Moment habe ich fast zwei Jahre gewartet. Ich konnte nach der Einwechslung der Mannschaft helfen.» Im September 2008 hatte sich Andrist einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen, nach der Rehabilitation brach er sich das Bein noch einmal an der genau gleichen Stelle. «Andere mussten nach solchen Verletzungen ihre Karriere beenden. Ich bin froh, konnte ich zurückkehren», sagte der 22-jährige Mittelfeldspieler, der gegen Basel zu seinem zweiten Teileinsatz gekommen war. Die Partie des Aufsteigers gegen den Meister verlief lange emotionslos und mit wenig Tempo, die Hitze setzte den Spielern zu. Auch die acht Umstellungen, die Basel-Trainer Thorsten Fink im Vergleich zum Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Sheriff Tiraspol vom Mittwoch vorgenommen hatte, trugen einiges zu einer langen Phase des Abtastens bei. «Ich wusste nicht, wie Basel auftreten würde. Deshalb war es schwierig, das Team auf das Spiel einzustellen», sagte Yakin. Fink sagte: «Wir sind in dieser Zusammensetzung nicht eingespielt. Das war ersichtlich.» Finks Team war zwar gut gestartet. In der siebten Minute bewahrte Goalie David Da Costa Thun mit einer Parade gegen den Schuss von Pascal Schürpf vor dem frühen Rückstand. Auf dem stumpfen Rasen begingen die Basler danach zu viele Fehler im Aufbau, und die Gastgeber wollten vermeiden, ins offene Messer zu laufen. Erst durch zwei Lattentreffer zwischen der 55. und der 60.Minute von Timm Klose und Nick Proschwitz wuchs bei den Thunern der Glaube, auch gegen den FCB den Sieg zu holen. Thun mit schmalem Kader Auf Basler Seite war es die Einwechslung von Alex Frei und Benjamin Huggel, die der Equipe mehr Selbstvertrauen verlieh. Wie Huggel den Basler Treffer einleitete, kann je nach Sichtweise als unfair oder als clever bezeichnet werden. Der 90-Kilo-Mann wehrte sich in einem Zweikampf mit Dennis Hediger in der Nähe der Eckfahne nicht gross gegen den Fall. Frei, dessen Einwechslung auch in Thun von Pfiffen begleitet wurde, trat den Freistoss präzis, und Schürpf traf mit einem wuchtigen Kopfball. Die Thuner hatten unter der Woche fleissig Standardsituationen geübt, das zahlte sich beim 1:1 aus. «Ich freue mich für Milaim», sagte Yakin, «er muss hinter Proschwitz zurückstehen, das ist nicht einfach für ihn.» Rama vergab später sogar noch eine Chance zum Siegestor. Bei seinen Ein- und Auswechslungen hat der Thun-Coach eine glückliche Hand bewiesen – allerdings waren die Alternativen aufgrund der Absenz der verletzten Stammspieler Oscar Scarione und Stefan Glarner dünn gesät. Wegen des schmalen Kaders sind die Thuner besonders auf verletzungsfreie Spieler angewiesen. Gefordert ist Assistenztrainer Eric-Pi Zürcher, der für die Fitness der Equipe zuständig ist. Letzte Saison war Thun in der Challenge League das Team mit den wenigsten Ausfällen. Alexander WäflerTelegramm Seite 16>

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