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Damm am Eistlenbach wächst

HofstettenDie Hochwasserschutz bauten am Eistlenbach in Hofstetten bei Brienz werden sich noch über Jahre hinwegziehen. Das erfuhren rund 60 Frauen und Männer, die sich vor Ort informieren liessen.

Die bestehenden Steindämme belegen die gewaltigen Anstrengungen, welche die Vorfahren zum Schutz ihrer Häuser und Ställe in Hofstetten unternommen haben. Marc Trauffer, Präsident der Schwellenkorporation und Gemeinderat von Hofstetten, zeigte mit Ehrfurcht auf die von Hand aufgebauten Trockensteinmauern, die in die neuen Schutzdämme integriert wurden. «Hier ist auch ein Paradies für Reptilien, die im Sommer häufig anzutreffen sind», sagte Trauffer. Die Unwetter in den Jahren 2004 und 2005, die in den Gemeinden rund um Brienz grosse Schäden verursachten, veranlasste die Schwellenkorporation zusammen mit den Experten von Bund und Kanton, das Dorf Hofstetten besser zu sichern. Dazu wurde 2006 die Planung für ein Schutzdammprojekt aufgenommen, das auch einem «300-Jahre-Hochwasserereignis» standhalten werde. Geplant ist ein Schutzdammsystem, das in drei Etappen ausgeführt werden soll. Die erste Phase bei der «oberen Wehri» ist fertiggestellt. Der zweite Teil im unteren Bereich hat bereits beachtliche Ausmasse erreicht und wird im Laufe 2012 abgeschlossen. Der Stand der Arbeiten interessierte nebst Hofstetterinnen und Hofstettern auch Behördenmitglieder von umliegenden Gemeinden. Wo immer möglich, werden die neuen und höheren Schutzdämme mit Geschiebematerial aus dem Eistlenbach geschüttet. Das reicht aber längst nicht für die bis zu zwölf Meter hohen Bollwerke. «Wo nehmen und nicht stehlen», war die Frage. Geschiebe aus dem Haslital Da auch die Gemeinde Innertkirchen mit Hochwasserschutzprojekten beschäftigt ist und eine Geschiebedotierstrecke mit einem grossen Becken ausheben muss, koordinierten die Verantwortlichen Baustellenleiter das zeitliche Vorgehen. Dank dem kann das Aushubmaterial von Innertkirchen in Hofstetten wieder verwendet werden. Rund 45 000 Kubikmeter Aushub wurden bis heute in 4700 Lastwagenfahrten von Innertkirchen, Brienz und der Deponie Hofstetten zur Verbauung Eistlenbach transportiert. Für die Fertigstellung der Phase zwei sind noch weitere 12 000 Kubikmeter Geschiebe zu bewegen, wobei das Material aber mehrheitlich dem Eistlenbach und dem Glyssibach in Brienz entnommen wird. Und: Das ortsfremde, kristalline Material aus Innertkirchen wird mit einem Meter Geschiebe aus dem Eistlenbach überdeckt, damit für die Fauna wieder die originalen Bedingungen gesichert sind. Der Mittelteil des Schutzsystems wird im Laufe der nächsten Jahre mit Material, das der Eistlenbach bei jedem Gewitter gratis daherbringt, aufgeschüttet. Diese Zone birgt das kleinste Gefahrenpotenzial. Für die ersten zwei Phasen fallen Kosten von rund 2,75 Millionen Franken an. Davon übernehmen der Bund 41 Prozent, der Kanton 27 Prozent. Für die Schwellenkorporation Hofstetten verbleiben 32 Prozent oder 876000 Franken. Für die später auszuführende Etappe sind nochmals fast 880000 Franken veranschlagt.Beat Jordi>

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