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Coup in der Zentralschweiz

handballWacker Thun

Da schrie selbst Andreas Merz. In der Innerschweiz geschah am Samstag Aussergewöhnliches. Der Schlussmann Wacker Thuns, gewiss kein Lautsprecher, hatte eben pariert und die Krienser Führung abgewendet, worauf er seine Freude kundtat. Das Spiel war umstritten und mitreissend, 23:23 lautete Mitte zweiter Hälfte der Stand. Während über einer Minute hatten sich zuvor vier Krienser mit sechs Thunern gemessen, die Torhüter jeweils eingeschlossen. Die Luzerner langten mitunter ganz schön zu, was freilich Strafen absetzte. Die Berner Oberländer vermochten davon kaum zu profitieren und waren in Halbzeit zwei lange etwas unter Zugzwang. Im ersten Umgang hatten sie es versäumt, sich ein komfortables Polster herauszuspielen. Wacker lag da gelegentlich mit drei Treffern in Front. Gerade zu Beginn waren die Gäste ungemein effizient. Später unterliefen Fehler im Aufbau, die Deckung war nicht so wirkungsvoll wie üblich, und Keeper Marc Winkler hielt erstmals heuer ungenügend. Das Heimteam verstand es, den Rückstand allmählich zu verringern, und egalisierte noch vor dem Pausenpfiff, wodurch es zumindest mental nun Vorteile zu haben schien. Wacker Thun aber liess sich danach nie entscheidend distanzieren. Wie eine Klette hielten die Zweitplatzierten den Kontakt aufrecht, die Differenz zu ihren Ungunsten betrug maximal zwei Tore. Und weil sich Merz, der Winkler ersetzt hatte, in überragender Verfassung präsentierte, lagen auf einmal die Berner Oberländer wieder vorn. In den finalen zehn Minuten wiesen sie teils einen Vorsprung von drei Treffern auf, und es gelang ihnen geschickt, die Führung bis zuletzt zu verteidigen. Wacker Thun beeindruckte am Samstag mit einer weiteren vorzüglichen Darbietung. Kriens-Luzern, das in der letzten Spielzeit sechs Zähler mehr geholt hatte als die Auswahl Martin Rubins, beabsichtigte eigentlich, sich nach der klaren Niederlage in Winterthur zu rehabilitieren – und entsprechend entschlossen schien, was die Innerschweizer taten. Die Berner Oberländer aber erwiesen sich als gefestigter und letztlich auch besser. Verlass auf Schlüsselfiguren Sie bestätigten sich damit als gegenwärtige Nummer zwei des Landes, und selbst im Falle einer Niederlage in der morgigen Begegnung in St.Gallen läge Wacker noch immer unmittelbar hinter Kadetten Schaffhausen – womit es am Samstag, 17 Uhr, in der Lachenhalle garantiert zu einem Spitzenkampf kommen wird. So verrückt Partie und vor allen Dingen Dramaturgie am Samstag waren: Die Schlüsselfiguren in Rubins Team sind seit Wochen dieselben. Jonas Dähler überzeugte am rechten Flügel wiederholt. Aufbauer Borna Franic gefiel als Schütze und entpuppte sich in der Schlussminute als nervenstark, als er den letzten Angriff seines Teams erfolgreich abschloss. Und Wacker konnte erneut auf einen starken Torhüter zählen. Merz/Winkler pflegen sich ja prima zu ergänzen: Einer hält immer hervorragend. Rückkehr nach Hause Zunehmend in die Rolle der Leistungsträger rücken bei den Thunern die Innerschweizer Fabian Studer und Lukas von Deschwanden. Studer teilte sich in der ersten Hälfte wiederum mit Roman Caspar die Einsatzzeit im rechten Rückraum. Der Student, der heuer nach Knieproblemen erstmals seit zwei Jahren wieder spielen kann, wird jeweils für die Offensive aufgestellt und steht den Kollegen in Sachen Abschluss in nichts nach. Anderer Mittel bedient sich von Deschwanden, der links im Aufbau spielt und mit Vorliebe den Zweikampf sucht. Er hatte sich Mitte August einen Bänderriss zugezogen und kann erst seit zwei Wochen wieder auflaufen. Er sagt: «Ich fühle mich immer besser; das Vertrauen ist nun wieder da.» Die Innerschweizer bestanden «zu Hause» den Belastungstest und demonstrierten mit starken Leistungen, nach den Verletzungen zurück zu sein. Darüber freuten sich die Anhänger der beiden. Von Deschwanden sagte: «Familie und Freunde waren hier. Nach Thun kommen sie nicht immer. Das ist ja nicht gleich um die Ecke.» Adrian Horn>

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