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Cooles Trio auf Höhenflug

SpiezGölä und die US-Countrystars Bellamy Brothers erwärmten bei ihrem gelungenen Tourneeauftakt die Herzen der Besucher im «Lötsch».

Draussen gefror der Atem, und drinnen liefen die Ventilatoren. Als wären die Bellamy-Brüder direkt von ihrer sonnigen Südstaatenfarm nach Spiez gebeamt worden, standen sie da. Mit flatterndem Hemd, Hut, Jeans und Cowboystiefeln. Fehlte nur der Grashalm im Mund. Vor ihnen neben den Mikrofonständern wirbelten zwei Ventilatoren. Cool sind sie ja, die beiden Country-Brüder, aber gleich so cool, dass sie im angenehm temperierten Lötschbergsaal noch kalte Luft brauchten? «Ich habe eine Phobie vor stehender Luft, deshalb die Ventilatoren», erklärte Howard Bellamy später im Interview. Begeisterter Gölä Sie wussten, wo sie waren. «Must Be in Switzerland» hiess der erste Song. Eine Liebeserklärung an die Schweiz, die sich «one stop short of heaven» befinde. Vorab erscholl ein eingespielter Jodel von Melanie Oesch, der Sängerin von Oeschs den Dritten. Bei der Show in Zürich werde sie live mit ihnen auftreten, kündigte Richard Bellamy hinterher an – als eine Art Wiedergutmachung. Die Bellamy-Brüder verwendeten den urchigen Jauchzer, ohne Oeschs gefragt zu haben. Warme Gitarrenklänge erfüllten den ausverkauften Saal. Begeistert klatschten die rund 600 Zuhörer zu den Countryrhythmen. Doch jemand fehlte. Ein Mikrofon war unbesetzt. Daneben ein Schild, auf dem vier Buchstaben standen: Gölä. Dann kam er hervor. «Huere närvös war ich, obwohl es eigentlich eine Heimspiel war», sagte Gölä, der in Faulensee wohnt, nach dem Konzert. Man sah es ihm nicht an. Locker stolzierte er auf die Bühne und lief seiner Vorhut zumindest optisch den Rang ab: Lederhose, Cowboystiefel, Hut und dunkle Jacke, als hätte er sich soeben für den Ausgang in Nashville schick gemacht. Er grinste, begrüsste das jubelnde Publikum und wandte sich an seine Brüder im Geiste: «It’s an honor to play with you guys» – eine Ehre sei es. Mal easy, mal traurig Spätestens als das Trio «Up and Away» – «Uf u dervo» anstimmte, machte sich eine Gänsehautstimmung breit. Leadgitarrist Randy Hiebert liess sein Instrument röhren wie das Triebwerk eines startenden Flugzeugs. Vier Gitarren, ein Bass, Schlagzeug, Keyboard, Mundharmonika – insgesamt standen acht Musiker auf der Bühne und zelebrierten ihre Musik. Der Easygoing-Südstaaten-Country der beiden Bellamys im Wechsel mit dem melancholischen Feierabend-Bluespop von Gölä – eine perfekte Kombination. «Let Your Love Flow» gefolgt vom «Swan as White as Snow». Das Zusammentreffen mit den Bellamy-Evergreens zeigte, wie gut Göläs Songs im internationalen Vergleich eigentlich sind. Göläs kräftige, aber oft krächzende Stimme konnte mit den warmen, geschmeidigen Tonerzeugern der Bellamy Brothers nicht konkurrieren, doch das ging in Göläs Begeisterung fast unter. Dann wars zu Ende. «That’s it», sagte Gölä dem lärmenden Auditorium. «I need more of you» – es wollte mehr. Und es bekam mehr. Zweimal tauchte die Wohlfühltruppe hinter dem roten Vorhang wieder auf und griff noch einmal zünftig in die Saiten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich längst von ihren Stühlen erhoben und wippten und klatschten. Der Auftritt der drei Gleichgesinnten hatte die Herzen der Spiezer erwärmt. Die Ventilatoren wurden ausgeschaltet. Christoph KummerBB&G, Bellamy Brothers mit Gölä, touren bis am 13.Dezember durch die Schweiz. Tickets gibt es noch für die Konzerte vom 10.Dezember im Zürcher Hallenstadion und vom 11.Dezember in der BEA-Festhalle in Bern. www.ticketcorner.ch. Mit der Espacecard sind vergünstigte Tickets der 5.Kategorie für das Konzert in Bern erhältlich (zu 27.50 statt 55 Franken). Diese sind über die Gratis- nummer 0800 551 800 oder www.espacecard.ch erhältlich.>

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