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Christoph Geiser, Mann mit eisernem Willen

Rüti/Clearwater

«An einer Weltmeisterschaft teilzunehmen ist ein grosser Traum, der jetzt in Erfüllung geht», sagt Christoph Geiser aus Rüti bei Lyssach. Seit Anfang November ist der 28-jährige Triathlet in Clearwater im US-Bundesstaat Florida und bereitet sich für die Teilnahme an der Halb-Ironman-WM vom Samstag vor. Seit gut zwei Jahren arbeitet der im Radverein Ersigen trainierende Sportler auf dieses grosse Ziel hin. Dabei kommt ihm sein polysportiver Hintergrund zugute. Nebst seiner Lieblingsdisziplin dem Radsport, betreibt er Handball, Inlineskaten, Nordic- und Alpinskifahren sowie Beachvolleyball. Für den Duathlon- und Triathlonsport kamen noch das Schwimmen und Laufen dazu. Während Jahren fuhr er als Radsportamateur bis zu 35 Rennen im Jahr. Erfolge in verschiedenen Disziplinen auf regionaler und nationaler Ebene blieben dabei nicht aus. Krönung in Übersee An den vergangenen 6.Juni, dem Halb-Ironman-Wettkampf von Rapperswil, denkt Christoph Geiser besonders gerne zurück. Mit dem 35. Gesamtrang von 1581 Startenden und dem 7. Kategorienrang war Geiser nur acht Minuten langsamer als der Weltmeister vom Vorjahr. Dank dem Startverzicht von drei vor ihm liegenden Mitkonkurrenten konnte er sich als einer von vier Teilnehmenden qualifizieren. Weltweit gebe es etwa 50 Halb-Ironman-Events, so Geiser. Das beliebte Küstenstädtchen Clearwater sei bereits zum fünften Mal Austragungsort eines solchen Anlasses. «Dieser wird als kleiner Bruder des prestigeträchtigen Ironman in Hawai gehandelt», erklärt der Triathlet. 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Rad und 21,1 Kilometer Laufen (Halbmarathon-Distanz) muss Geiser an der WM von morgen Samstag bewältigen. «Mental und körperlich bin ich bereit», meint er. Als gläubiger Christ sei er überzeugt, dass Gott ihn dabei unterstützen werde. So oder so, ungeachtet des Ranges, werde es ein positives Erlebnis. Um für diese Herausforderung fit zu sein, legte Geiser im Sommer eine Trainingspause ein, um danach intensiv auf die WM trainieren zu können. In seiner Altersklasse zwischen 25 und 29 Jahren werden in Clearwater 120 Teilnehmer, insgesamt 1800 Personen am Start sein. «Vielleicht reicht es für die Top 25», hofft der Sportler. Amerikanische Bedingungen Seit Tagen gewöhnt sich Christoph Geiser nun ans Klima in Florida. Um den Körper nicht zu überfordern, trainiere er während der ersten und der letzten Tage vor dem Start etwas reduziert. Vier Stunden täglich werden es in der Mitte der Vorbereitungen sein. Er sei überrascht gewesen, wie warm das Meer, trotz kürzlichem Kälteeinbruch, mit 22 Grad noch sei. Seine täglichen Laufkilometer macht er am nahen Strand, «mit dem Rauschen der Wellen in den Ohren». Als weniger ideal habe sich das Radfahren auf den mehrspurigen, viel befahrenen amerikanischen Strassen erwiesen. Im Gegensatz zu der hügeligen Schweiz fahre man hier auf flachen, schnellen Strecken. So ist denn seine stärkste Disziplin zwar zeitmässig kürzer, aber wesentlich weniger anspruchsvoll und selektiv. Schwimmen im offenen Meer Ganz speziell ist für Geiser, der für das Burgdorfer Radsportteam Wüthrich startet, das Schwimmen im offenen Meer. Nicht gerade seine Lieblingsdisziplin, da er das Kraulen erst mit zwanzig Jahren gelernt habe. «Glücklicherweise ist hier von der Ölka-tastrophe im Golf von Mexiko nichts mehr zu sehen», sagt der in Teilzeit arbeitende Sanitärinstallateur. Nach dem Wettkampf will Geiser zusammen mit einer Kollegin während einiger Wochen die USA auskundschaften. Gleichzeitig will er sich darüber klar werden, ob er künftig beim Triathlon bleibe oder zum Radrennsport zurückkehren werde. Lilo Lévy-Moser>

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