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Chor wagte sich an eine Rarität

Eine Höchstleistung vollbrachten der Kammerchor Steffisburg, Gesangssolisten und das Basler Kammersolisten-Orchester. Sie führten nebst trostreichem deutschen Requiem eine Rarität auf: Strawinskys Psalmensinfonie.

Zu Höchstleistung motiviert präsentierte sich der Kammerchor Steffisburg unter der Leitung von Mark Kölliker. In der Dorfkirche Steffisburg bewies er am Samstagabend, dass der Chorleiter bereit ist für Experimentelles. So gelangte die eindringliche dreisätzige Psalmensinfonie des russisch-französisch-amerikanischen Komponisten Igor Strawinsky zur Aufführung. Interessant wirkte das Zusammenspiel mit dem eigenwillig besetzten Orchester: Tiefe Streicher sowie Holz- und Blechbläser verliehen dem Werk einen unverwechselbaren Klang. Zu der lebendigen Instrumentalumgebung sang der Chor in Latein. Nach kurzem ersten begann der zweite Satz mit einer Holzbläser-Fuge, ein Beispiel für Strawinskys Orientierung an barocken und klassischen Formen im Rahmen des Neoklassizismus. Jeder Teil entpuppte sich als Vertonung eines alttestamentlichen Psalms. Still und in sich gekehrt, erklang der Schlussteil über den 150 Psalm «Halleluja, lobet den Herrn». «Das schwierige Meisterwerk wird kaum aufgeführt», bedauerte Chorleiter Kölliker und zeigte seiner Freude Ausdruck, dass er diese kostbare Rarität in Steffisburg präsentieren konnte. Berührend, eindrücklich Grosse Musikalität und differenzierte Ausdruckskraft bewiesen der Steffisburger Kammerchor, das Basler Kammersolisten-Orchester mit Sopranistin Katharina Persike und Bariton Marc-Olivier Oetterli im eindrücklichen deutschen Requiem von Johannes Brahms. In den drei von sieben Sätzen kamen die Zuhörenden in den Genuss markanter Solopartien: Sopranistin Katharina Persicke gelang es mit ihrer lyrischen und dramatischen Intensität, glaubhaft die Vorstellung vermitteln zu können, es erklinge da eine Stimme aus dem Jenseits. Marc-Olivier Oetterli, Bariton, erreichte mühelos profunde Basstöne, vermochte sich aber auch zu heldentenoralem Höhenstrahl emporzuschwingen. Beseelt sang der Chor und verlieh dem Werk des Friedens und des Trostes Brahmssche Qualitäten, respektive machte seine Intentionen fühlbar.Dazu kam das anpassungsfähige Spiel des Orchesters, das nicht selten mit kammermusikalischer Feinheit Brahms’ seelische Untergründe und am Ende das friedvoll Beruhigen-de intensiv zum Leuchten brachten. Heidy Mumenthaler >

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