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«Chabis» eingemacht

Am traditionellen «Chabis Imachet» in Mühlethurnen wurde wacker «gschtungget» und gefachsimpelt. Nach der Arbeit kam der kulinarische Genuss nicht zu kurz: Bernerplatten sorgten für das leibliche Wohl.

Kabis einmachen grenzt für manche Leute an Kunsthandwerk. Sie wenden sogar Geheimrezepte an, die sie nicht preisgeben. Wer am Samstag in Mühlethurnen die Philosophie des «Wonnekrautes» nicht kannte, dem standen genügend Ratgeber zur Seite. Auf keine Hilfe angewiesen waren Therese Rhyn und ihr Lebenspartner Jurij aus Bern. Nebst der üblichen Kochsalz- und Gewürzbeigabe fügen sie dem Kraut eine Handvoll Quittenschnitze und Lorbeerblätter bei. «Wir befolgen ein althergebrachtes Rezept aus Slowenien», geben sie zur Antwort. Mit Karotten Eveline Mugier aus Oberburg mischt das fein geschnittene Kraut erstmals mit etwa einem Drittel geraffelten Karotten. «Ich verlasse mich dabei auf die Empfehlung meiner Freundin», gesteht die Emmentalerin. Eher als gekocht, wird diese Spezialmischung dann als Salat serviert. Andere mischen mit dem Kabis nebst Lorbeer und Gewürzen sogar Quitten. Insgesamt wurden am Anlass gut sechs Tonnen Kraut eingemacht. Spuren des Hagelschlags Nach Aussagen von Fabrikverwalter Jürg Trachsel sind bereits zwei Drittel der heurigen Kabisernte verarbeitet. Anfangs verlief der Sauerkrautabsatz wegen des andauernd warmen Herbstwetters nur schleppend. mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Die diesjährige Ernte wird durch den Hagelschlag vom 23.Juli überschattet. «Ein Teil der heuer so prächtigen, blauen Kabisfelder wurde von den schweren Hagelkörnern vollständig zerstört. Dies hauptsächlich in den Anbauregionen Kaufdorf, Gelterfingen und Kirchenthurnen», klagt Trachsel. Dank dem reichen Erntesegen im oberen Gürbetal sowie Zuwendungen aus der Sauerkrautfabrik Uetendorf habe er aber keinen Kabis importieren müssen, so der Verwalter. Die Thurnen Sauerkraut AG (TSA) zählt aktuell 32 Lieferanten. Die vertraglich geregelten Mengen belaufen sich um 1700 Tonnen. Davon 120 Tonnen aus Bioanbau, 20 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren, freut sich Trachsel. Grund ist die Firma Schöni aus Rothrist, welche «Thurnen» höhere Anbauflächen zugesichert hat. Die TSA beschäftigt sechs Festangestellte. Während der Einschneidesaison werden zusätzliche Aushilfen eingestellt. Erwin Munter >

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