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Cancellara knapp geschlagen

RadEinzig der Australier Matthew Goss konnte Fabian Cancellara am Sieg bei

Drei Jahre nach seinem Triumph in Mailand–San Remo war Fabian Cancellara im ersten klassischen Eintagesrennen der Saison erneut nahe am Triumph. Der Berner belegte eine Velolänge hinter dem Spurtsieger Matthew Goss (Au) den 2.Platz. Nach der Einholung von Greg van Avermaet (Be) nach der Abfahrt vom Poggio waren die Augen aller Gegner in der Spitzengruppe in erster Linie auf Philippe Gilbert (Be) und in zweiter Linie auf Fabian Cancellara gerichtet. Die beiden Italiener Vincenzo Nibali und Michele Scarponi versuchten, eine Spurtentscheidung zu verhindern. Schliesslich setzte sich mit Goss der endschnellste Fahrer durch. Cancellara befand sich am Hinterrad seines früheren Teamkollegen, fuhr dann einen weiten Bogen, hätte aber den ersten nicht europäischen Sieg in San Remo kaum verhindern können. «Gegen diesen Goss war nichts auszurichten», bekannte der Ittiger im Ziel. Er fühle sich gut und ruhig. Mailand–San Remo sei aber ein spezielles Rennen, bei dem der Ausgang meist bis am Schluss ungewiss sei, hatte Cancellara vor der «Classicissima» gesagt. Bei der Fahrt von der lombardischen Metropole an die Riviera bewies der vierfache Zeitfahren-Weltmeister ein weiteres Mal, dass er den Formaufbau im Griff hat und seine Ziele zum richtigen Zeitpunkt erreichen kann. Geschützte Position In der Schlussphase kam Cancellara die Tatsache zugute, dass sich bei der Anfahrt zum Poggio di San Remo mit Stuart O’Grady einer seiner Teamkollegen in einer vier Fahrer zählenden Spitzengruppe befand. Damit genoss der Berner unter den Verfolgern eine geschützte Position, weil die Nachführarbeit anderen Mannschaften und ihren Helfern oblag. In der Abfahrt vom Poggio schloss der Berner innert kürzester Zeit zur Spitze auf. Sein Antritt an der beinahe genau gleichen Stelle, der ihm vor drei Jahren den Sieg eingetragen hatte, fruchtete diesmal nichts. Die Gegner waren zu wachsam. Dabei war die Situation günstig wie selten. Rund 100 Kilometer vor dem Ziel war es zu Beginn der Steigung von Le Manie zu einem Massensturz gekommen, durch den unter anderen der Strassenweltmeister Thor Hushovd (No), aber auch der Supersprinter Mark Cavendish (Gb) zurückgeworfen wurden. In der Abfahrt von Le Manie musste neben anderen auch Oscar Freite (Sp) zu Boden. So entspann sich auf der Via Aurelia eine Verfolgungsjagd und ein Spektakel, wie man es in Mailand–San Remo seit Jahren nicht mehr erleben konnte. Einzig Michele Scaroni gelang es über die Cipressa hinweg, wieder Unterschlupf in der Hauptgruppe zu finden. Er und der Vuelta-Sieger Vincenzo Nibali waren es, welche die Ehre der italienischen Radprofis hochhielten. Für die Italiener hat Mailand–San Remo den Status einer Strassenweltmeisterschaft. Im Vorfeld des klassischen Eintagesrennens war Matthew Goss nicht einmal den Aussenseitern zugerechnet worden. Der Radprofi von der Insel Tasmanien verdiente sich seine Radsporen auf der Bahn ab. Zum Radsport hatte Goss gefunden, weil ihn in der Jugend eine Verletzung daran hinderte, weiterhin dem Australian Football zu frönen. Seine Qualitäten deutete Goss 2009 mit seinem Triumph im Halbklassiker Paris– Brüssel und letztes Jahr mit seinen Siegen in einer Etappe des Giro d’Italia sowie dem GP Plouay (Fr) an. Der Zweite der diesjährigen australischen Strassenmeisterschaft entschied in diesem Jahr jeweils ein Tagespensum der Tour Down Under, der Oman-Rundfahrt sowie von Paris–Nizza für sich. siResultate Seite 26>

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