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«Bitte zuerst die Feuerwehr alarmieren»

Frutigen/Niedersimmental226-mal sind die Feuerwehren im Verwaltungskreis des Regierungsstatthalters

Die Feuerwehren im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental wurden laut dem dort zuständigen Regierungsstatthalter Christian Rubin (Bild) im vergangenen Jahr 226-mal alarmiert. «Für die Gebäudeversicherung des Kantons Bern lag die Schadenssumme mit insgesamt 62,8 Millionen Franken klar unter dem Zehnjahresdurchschnitt. In unserem Gebiet stellten die Überschwemmungen im Kandertal und der Grossbrand in Frutigen die gröbsten Brocken dar.» Bei seinen Ausführungen am Feuerwehrkommandantenrapport in Spiez wies Rubin auf ein «neues Phänomen» hin: «Beim Brand in Frutigen sind doch tatsächlich der ‹Blick› und das Regionalradio vor den Einsatzkräften informiert worden» Offensichtlich gebe es Leute, die auch bei so einem Ereignis zuerst an das Geld dächten. Auch wenn beim Alarmieren der Blaulichtorganisationen keine Prämien in Aussicht stünden, sollte klar sein: «Bitte zuerst die Feuerwehr alarmieren – es kann um Leben und Tod gehen.» Wie der Regierungsstatthalter würdigte auch Feuerwehrinspektor Hans Fuhrer die im vergangenen Jahr geleistete Arbeit der 16 Gemeinde- und Betriebsfeuerwehren: «Im Ernstfall wie in der Ausbildung habe ich gute Leistungen zur Kenntnis genommen. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass ihr eure Aufgabe – wie ein geliebtes Hobby – mit Freude wahrnehmt.» Hinschauen und handeln Auch wenn jetzt Naturgefahrenberater ausgebildet würden, dürfe man ruhig weiterhin auch auf die Erfahrung der Vorfahren abstützen, erklärte Rubin. Diese hätten die Gerinne der Bäche und Flüsse gewissenhaft von Sträuchern und Bäumen frei gehalten. Speziell seit den 90er-Jahren habe sich das aber gewandelt. «Auch jetzt gibt es im Kander- wie im Simmental Stellen, die bei einem Hochwasser unweigerlich zu Problemen führen werden. Und da in den Alpen teilweise sehr viel Schnee liegt, könnte ein Wärmeeinbruch verheerende Folgen haben.» Der Regierungsstatthalter rief die Kaderleute deshalb auf, hinzuschauen und zu handeln. «Deponiert das Anliegen schriftlich, wenn ihr bei den zuständigen Gremien nicht durchdringt, dann liegt die Verantwortung bei diesen.» Sein Verwaltungskreis beherberge überdurchschnittlich viele geschützte Gebiete. Das sei zwar erfreulich, aber der Kampf mit den Vertretern von Natur- und Auenschutz sowie dem Forst ums «gesunde Augenmass» sei halt schon sehr aufwendig. Zusammenarbeit fördern Christian Rubin gratulierte den Verantwortlichen der Feuerwehren von Frutigen und Kandergrund zur auf Anfang Jahr vollzogenen Fusion. Diese sei über gemeinsame Ausbildung und gegenseitige Aufgebote gewachsen, betonte Frutigens Kommandant Martin Allenbach. «Wir haben ein identisches Erscheinungsbild, Kandergrund hat aber ein eigenes Kader und auch eine gewisse Eigenständigkeit behalten. Wir ergänzen uns: Der Grosse hat den Kleinen gleichermassen nötig.» Die Anforderungen an Ausbildung und Technik würden weiterhin steigen, meinte Rubin. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass auch im Simmental noch Optimierungspotenzial ausgeschöpft werden könne. «Aber ohne Druck, die Einsicht muss von unten wachsen.» Der Spiezer Gemeinderat Christoph Hürlimann (Abteilung Sicherheit) bestätigte die Wichtigkeit einer guten Zusammenarbeit auf allen Stufen. Man dürfe nicht beim Personal sparen, sondern müsse über gemeinsame Beschaffungen gute Preise aushandeln. Zudem lobte er «seine» Feuerwehr: «Si isch mis Ushängeschild, o wenn i sälber nüt derfür cha!» Peter Rothacher >

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