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«Bio-Waffe» gegen Sauerkraut-Geruch

OberbippDie Sauerkrautfabrik hat das Problem

Von Ferienstimmung ist in der Oberbipper Sauerkrautfabrik wenig zu spüren. Während anderswo die Arbeit heruntergefahren wird oder ruht, laufen in der Schöni Finefood AG, wie die Fabrik genau heisst, die Vorbereitungen in einer besonderen Mission: der Reduktion der Geruchsemissionen, die bei der Produktion von Sauerkraut entstehen und die im 1500-Seelen-Dorf immer wieder für Unmut sorgen. Keine «Mission impossible», sind die Verantwortlichen überzeugt. Derzeit tüfteln sie an einer biologischen Filteranlage herum. Dabei sollen Bakterien den natürlichen Zersetzungsprozess des Krautabfalls beschleunigen und so den unangenehmen Geruch reduzieren. Eine natürliche Methode, die bereits in der Kompogas-Anlage in Oensingen SO angewandt wird und sich dort bewährt haben soll. «Bio-Filter sind unsere letzte Möglichkeit, das Geruchsproblem zu lösen und die Dorfbevölkerung zufriedenzustellen», sagt Sauerkrautfabrik-Geschäftsführer Walter Heer. Bisher hat alles versagt Tatsächlich sind bisher alle Versuche gescheitert, das im Dorf schwelende Problem in den Griff zu bekommen. Erst im Juni hatte die Firma dem Oberbipper Gemeinderat kleinlaut eingestehen müssen, dass die Geruchseindämmung mittels Ozon «leider nicht das erwartete Resultat bringt». Ein Debakel für die Schöni Finefood AG. Im vergangenen Februar und April hatte sie – als erste Sauerkrautfabrik in der Schweiz – je eine Ozonanlage installiert. Ozongas hätte die Geruchspartikel zum Oxydieren bringen und neutralisieren sollen. Doch die Methode erwies sich nun offenbar als zu wenig effektiv. Eine vergebliche Investition, wie Sauerkraut-Chef Heer einräumt. Die Ozonanlagen seien denn auch bereits wieder demontiert worden. Jetzt versuchen er und seine Leute es also mit biologischen Filtern. Dafür wendet die Firma nochmals eine «schöne Summe» auf, wie es Heer umschreibt. Bisher hat die Schöni Finefood AG nach Angaben ihres Besitzers, Daniel Schöni, «schon Millionen» in die Geruchsreduktion gesteckt. Das anerkennt auch das «offizielle» Oberbipp. «Wir begrüssen die Anstrengungen der Firma Schöni Finefood AG sehr – zumal sie auf Freiwilligkeit basieren», sagt Gemeindepräsident Kurt Zobrist (SVP). Zurückhaltend bleibt die Bürgerinitiative Gemeinde Oberbipp (Bingo), die sich gegen die Geruchsemissionen der Sauerkrautfabrik wehrt (vgl. Kasten). «Wir erwarten von der Gemeinde, dass das Problem gelöst wird», sagt ihr Sprecher Markus Hächler. Stunde der Wahrheit naht Und die Lösung des Problems drängt. Denn ab Mitte August läuft die Produktion von Sauerkraut wieder an. «Dann sollen die neuen Bio-Filter natürlich funktionieren», sagt Geschäftsführer Walter Heer zuversichtlich. «Ein gutes Einvernehmen mit der Oberbipper Bevölkerung ist uns sehr wichtig.» Stefan Aerni>

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