Zum Hauptinhalt springen

«Bin erstaunt, wie direkt Schweizer sein können»

Diccon BewesDer in Bern lebende englische Autor Diccon Bewes hat mit seinem Buch «Swiss Watching» nicht nur einen Bestseller gelandet, sondern bei einigen Schweizern neue

«Swiss Watching», das Buch über die Schweiz und des Schweizers Eigenarten, war 2010 schweizweit das meistverkaufte englische Buch – im Sommer das meistverkaufte in der Berner Buchhandlung Stauffacher; und in der englischen «Financial Times» rangierte es unter den 100 besten Büchern des Jahres. Trotz dieser Erfolge zeigt sich der in Bern lebende Autor Diccon Bewes bescheiden. Er schäme sich für sein Deutsch, obwohl er beim Gespräch vielleicht zwei Fehler macht. Sein Buch, berichtet er, sei häufiger verkauft worden als die Autobiografie von Tony Blair. «Erwartet habe ich diesen Erfolg nicht», meint er. Über 18000-mal wurde das Buch «Swiss Watching» mittlerweile verkauft, 10000 Exemplare in der Schweiz. «Mich hat vor allem überrascht, dass so viele Schweizer mein Buch auf Englisch lesen.» Überrascht wurde der 43-Jährige auch vom Rummel, der um ihn gemacht wird. Fast 200 Personen hätten die Buchvernissage in Bern besucht, er werde an seinem Arbeitsplatz besucht, auf der Strasse angesprochen und mit freundlichen Mails überhäuft. Er sei «erstaunt, wie direkt die Schweizer plötzlich sein können»; vielleicht müsse er das in einer neuen Auflage seines Werks noch ergänzen. Die vielen Rückmeldungen schätzt der Wahlberner grundsätzlich, vor allem weil sie fast ausschliesslich positiver Natur sind. Auch sein Lebenspartner Gregor könne gut mit den «Groupies» des Autors umgehen und spreche ihn spasseshalber bereits mit «berühmter Autor» an. Zu amüsanten Begegnungen komme es im English Bookshop im Büchergeschäft Stauffacher, wo Bewes arbeitet: «Spannend sind vor allem die Reaktionen der Kunden, wenn sie an der Kasse entdecken, dass sie vom Autor bedient werden.» Nicht aus dem Kopf gehen will dem Engländer aber seine «einzige negative Begegnung». Er habe mit einer Kundin ein gutes Gespräch geführt, und sie hatte das Buch bereits bezahlt, als sie fragte, wieso er in die Schweiz gekommen sei. Als er sagte, dass die Liebe zu seinem Partner der Hauptgrund war, verlangte die Dame das Geld zurück, liess das Buch liegen und lief davon. Der Erfolg seines Buches und der volle Terminkalender haben Bewes indes nicht veranlasst, seinen Job bei Stauffacher an den Nagel zu hängen. Er musste sein Pensum wegen der vielen Anlässe zwar um 10 Prozent reduzieren. Seinen Plan, im Herbst mit einem neuen Buch zu beginnen, musste er wegen der vielen Medientermine begraben. Anfang Jahr werde er wieder Zeit haben und sich Gedanken über seinen Zweitling machen. Wahrscheinlich werde es wieder ein Sachbuch sein. Jonathan Spirig;Diccon Bewes, «Swiss Watching» (Englisch), 310 Seiten, Fr.29.90. Blog: http://swisswatching.wordpress.com. >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch