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Bienvenu verschafft YB Luft

In einem schwachen Spiel gewinnt YB gegen die Grasshoppers 1:0, Henri Bienvenu gelingt das siegbringende Tor.

Die Skepsis beim Publikum stieg im Stade de Suisse. David Degen umrundete nach 35 Minuten im Spiel zwischen YB und GC zuerst humpelnd den Platz, um dann in den Katakomben zu verschwinden. Der Flügelspieler erlitt nach einem Zweikampf mit dem Zürcher Daniel Pavlovic eine starke Prellung am Fuss und wurde durch Ammar Jemal ersetzt. Bereits in der 32. Minute hatten sich die Zuschauer verwundert die Augen gerieben: Angekündigt wurde ein Wechsel, dann marschierte YB-Goalie Marco Wölfli über das Feld und machte Roman Bürki Platz. Captain Wölfli hatte zuvor in einem Luftkampf mit Innocent Emeghara «ein Ellbogen oder ein Knie erwischt», wie er selber seine Prellung am Oberschenkel beschrieb. Sein Ersatz Roman Bürki wurde ins kalte Wasser geworfen, und obwohl er nie richtig geprüft wurde, machte der 19-Jährige seine Sache gut. YB mit Sturmduo Pünktlich zu Halloween wurde YB also von der Verletzungshexe heimgesucht. Auf dem Papier gingen die Berner mutig mit zwei Stürmern und einem 4-1-3-2-System ins Spiel – Trainer Vladimir Petkovic reagierte auf die offensive Inexistenz seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit vor Wochenfrist gegen Bellinzona. Doch von der etwas offensiveren Ausrichtung war bei den Young Boys wenig zu sehen. Aus dem Spiel heraus resultierten meist nur lange Bälle, Alain Nef (8.) und Henri Bienvenu (29.) scheiterten an GC-Goalie Ivan Benito. Die Ausfälle von Wölfli und Degen schienen die Berner wach zu rütteln. Lulic rückte ins Mittelfeld vor, Jemal übernahm hinten und Regazzoni wechselte nach rechts. So lief bei YB in der zweiten Halbzeit wieder mehr über die Flügel, was zielstrebigere Angriffe hervorbrachte. In der 58. Minute brachte Bienvenu YB mittlerweile verdient in Führung. Regazzoni hatte sich zuvor stark gegen Pavlovic und Lang durchgesetzt, bevor er den Torschützen bediente. Sforzas Kompliment Das Tor schien für das Heimteam fälschlicherweise ein Signal zu sein, den Offensivfussball wieder einzustellen. GC agierte aber zu ungestüm, um von der Berner Nachlässigkeit noch profitieren zu können. Dass die 1:0-Führung und der wichtige Saisonsieg noch über die Zeit gerettet werden konnten, lässt YB zwar zwischenzeitlich aufatmen. Spielerisch bewegt man sich in der Meisterschaft aber weiterhin auf einem tiefen Niveau. Spieler wie Thierry Doubai oder Marco Schneuwly sind seit Wochen ausser Form. Auch Vladimir Petkovic spricht von einem «Arbeitssieg gegen eine Mannschaft, die das Pressing sehr hoch ansetzte». GC-Trainer Ciriaco Sforza machte seiner Mannschaft trotz der fünften Saisonniederlage ein Kompliment: «Sie hat Charakter gezeigt.» Die Prellungen von Degen und Wölfli dürften schnell verheilen, das YB-Selbstvertrauen bleibt aber auch nach dem Arbeitssieg geprellt. Spieler, Trainer und Funktionäre wissen, dass auch dieser Auftritt das Publikum nicht zu überzeugen vermochte. Moritz MarthalerTelegramm und Tabelle Seite 16>

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