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Besucht doch unsere Kranken!

Besuchen – wozu? Tut’s nicht auch ein Telefon-

Hängt es damit zusammen, was Prof. Dr. Ralf Dziewas dazu sagt? «Der Besuch am Krankenbett kann zu einer belastenden Aufgabe werden, weil man mit der eigenen Ohnmacht konfrontiert wird und diese aushalten muss.» Ein spannendes Tagesseminar zum Thema «Besucht die Kranken» hat in Aarau stattgefunden. Organisiert von CDK - Christen im Dienst an Kranken Die Referentin Pfarrerin Monika Riwar, Ausbildungsleiterin bcb, Bildungszentrum für christliche Begleitung und Beratung, Ländli, verstand es, die grosse Zuhörerschaft mit Fachwissen, hilfreichen Ideen und einer Portion Heiterkeit zu Krankenbesuchen zu ermutigen. Einige Schwerpunkte aus ihrem Referat. Ich kläre meine Rolle Gehe ich privat oder offiziell? Pflege ich eine nahe oder eher eine lockere Beziehung? Was sind meine zeitlichen Möglichkeiten? Besuchen heisst sich hinein begeben! Das ist etwas anderes als «schnell mal hereinschauen«. Durch regelmässige Besuche wächst die Beziehung, das «verpflichtet» mich aber auch – im positiven Sinne. Also lieber keine vorschnellen Versprechungen abgeben, wenn ich sie nicht einhalten kann, wie «Ich komme bald wieder.» Zuhören ist gefragt Was soll man nur sagen? Hörende/r Gesprächspartner/in zu sein ist wichtiger als die sogenannt richtigen Worte zu finden! Besuchen heisst nicht, eine Lösung anbieten für die schwierige Lage, in der sich Kranke befinden. Viel wichtiger ist, die nicht lösbare Situation mit aushalten. Es ist ein Unterschied, ob jemand im Spital ist oder im Altersheim. Wer im Spital liegt, ist ganz plötzlich getrennt von der Welt der Gesunden, hat fast keine Intimsphäre mehr. Jeder Besucher tritt unvermittelt ins «Schlafzimmer». Er ist unsicher über den Krankheitsverlauf. Im Altersheim dagegen ist man längere Zeit, es wird ein «Daheim». Viele Verlusterfahrungen und ein oft ereignisarmer Alltag machen es nicht leicht, dem eigenen Leben Sinn zu geben. Hier können Besucher ersehnte Abwechslung und Sinngeber sein. «Mehr Menschen gehen durch die Spitäler der Welt als durch die Kirchen.» Francis Grim, Gründer von HCFI (Healthcare Christian Fellowship International), dem auch CDK verbunden ist. Trost entsteht durchs Anteilnehmen, nicht primär durch die richtigen Worte. Wenn wir etwas von unserm Glauben teilen wollen, fragen wir behutsam nach: Was gibt Ihnen Halt? Ist Gott für Sie wichtig? Möchten Sie, dass ich Ihnen etwas vorlese? Darf ich für dich beten? In jedem Fall respektiere ich den Wunsch und die Haltung des Besuchten. Einen Besuch beenden Ich selber bestimme den Anfang und Schluss des Besuches. Wie komme ich «raus»? Ich merke, ein Besuch ist viel mehr als ein Telefonanruf! Ein Besuch ist ein Erlebnis, ist Begegnung, ist ein Geschenk, ist aber oft auch anstrengend. Es ist wichtig, sich emotional wieder aus dem Besuch zurückzunehmen. Sich die Erlaubnis zu geben, ins eigene Leben zurückkehren zu dürfen! Auch wenn die besuchte Person es schwer hat: Ich darf mich freuen und nach dem Besuch etwas Wohltuendes tun. Helene MaurerHinweis: Nächstes Tagesseminar «Besucht die Kranken»: 24. November 2010, FCG Aarau. – Infos: CDK Büro, Stationsstrasse 7, 3671 Brenzikofen, Telefon / Fax 031 771 12 14, info@cdkschweiz.ch >

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