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Besser – aber zu wenig gut für die Gewerkschaft

UtzenstorfDie Steffen-

Wieder macht die Unia die Steffen-Ris AG in der Öffentlichkeit zum Thema, und wieder reagiert Jörg Schär erstaunt. Bereits vor drei Monaten, als die Gewerkschafter eines Morgens auftauchten und den Angestellten Flugblätter verteilten, zeigte sich der Chef der Früchte- und Gemüsehändlerin aus Utzenstorf überrascht, aus den ähnlichen Gründen wie heute übrigens. Denn eigentlich, so sagt er, pflege man mit den Leuten der Unia einen guten Kontakt. Während die Gewerkschaft damals über zu tiefe Stundenansätze, den fehlenden 13. Monatslohn und zu wenig Ferien klagte, sieht sie ihre Forderungen mittlerweile in zwei Punkten erfüllt. «Unia-Engagement bei Steffen-Ris trägt Früchte!», jubelt sie in einer neuerlichen Mitteilung an die Medien. «Steffen-Ris ist nun bereit, den Angestellten ab diesem Jahr einen vollen 13.Monatslohn zu entrichten und ab 2012 mehr Ferientage zu gewähren.» «Im Guten auseinander» Nicht zufrieden ist die Gewerkschaft dagegen mit dem Lohnniveau des Unternehmens, das seit Anfang 2008 Teil des Landi-Konzerns Fenaco ist. In Utzenstorf liege der tiefste Stundenansatz aktuell bei gut 16 Franken, während in der Fenaco sonst rund 19 Franken üblich seien – mit der Angleichung an das höhere Niveau, so kritisiert die Unia, lasse sich Steffen-Ris nun nochmals drei Jahre Zeit. Die Firma wolle sich erst ab 2014 durchgehend an die Fenaco- Standards halten. Schär runzelt ob dieser Zeilen die Stirn, weil man doch erst vor ein paar Wochen zusammengesessen und er davon ausgegangen sei, dass sich Steffen-Ris und die Gewerkschaft im Guten auseinandergegangen seien. Er weist auch darauf hin, dass seine Firma nicht erst ab 2012, sondern bereits dieses Jahr die bei der Fenaco übliche fünfte Ferienwoche voll und ganz gewähre. Und zum 13.Monatslohn: Dass dieser ab dem laufenden Jahr bei allen verbindlich ausgezahlt werde, sei bereits seit 2008 klar gewesen. Neues Modell suchen Die Höhe der Stundenansätze schliesslich betrachtet Schär differenziert. Er weist darauf hin, dass – anders als in der Fenaco-Gruppe üblich – zu den heutigen Stundenansätzen Nebenleistungen wie ein unentgeltlicher Bustransport vom Wohnort zur Arbeit hinzukommen. In der bis 2014 verbleibenden Zeit werde man nun diese und andere Leistungen in die Lohnansätze einrechnen. Und vor allem mit den Betroffenen darüber diskutieren, wie sie gerade den Weg zur Arbeit neu organisieren wollten. «Es bringt ihnen ja nichts, wenn sie ein bisschen mehr verdienen und dafür ein Auto kaufen müssen.» Deshalb werde man vielleicht ein Modell wählen, in dem der heutige Fahrdienst zwar beibehalten werde, dafür aber etwas koste – all diese Fragen zu klären, brauche Zeit.skk>

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