Zytglogge erstrahlt in neuem Glanz

Bern

Früher fertig, dafür etwas teurer: Die Sanierung des Berner Wahrzeichens ist abgeschlossen. Aus dem Zytglogge-Gerüstnetz sollen nun Taschen und andere Souvenirs entstehen.

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Markus Ehinger@ehiBE

Schon bald können sich Touristen sowie Bernerinnen und Berner ein Stück Zytglogge ergattern – wenigstens vom Gerüstnetz, das während der Sanierungsarbeiten in den letzten Monaten mit einem Abbild des Zytgloggeturms bedruckt war.

«Aus der Blache entstehen wohl Taschen und andere kleinere Gadgets», sagt Stadtbaumeister Thomas Pfluger. Die Souvenirs werden durch das Kompetenzzentrum Arbeit der Stadt Bern hergestellt.

Mehr Schäden als erwartet

Die grosse Blache am Zytglogge-Gerüst ist bereits weg, jetzt wird auch das Gerüst entfernt. Voraussichtlich Anfang Juni hat man wieder freie Sicht auf den touristischen Hotspot der Stadt Bern.

Eine der aufwendigsten Massnahmen betraf das Astrolabium. Das astronomische Zifferblatt stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert und wies wegen Witterungseinflüssen zahlreiche Schäden auf. Der Zustand des Astro­labiums war erst aus der Nähe sichtbar und war schlechter als angenommen.

Während der Sanierung wurde ausserdem festgestellt, dass auch das Figurenspiel restauriert werden muss: Chronos, Hahn, Löwe und der Bärenreigen waren von einer dicken Schmutzschicht überzogen, und die Farben waren ausgebleicht. Aus diesem Grund wurden sämtliche Figuren demontiert und restauriert. Die Farben von Zifferblatt und Figuren leuchten nun wieder und sind von weitem sichtbar.

Weiter musste die Malerei von Victor Surbek restauriert, Risse in den Fassaden repariert sowie die Dachschindeln des Treppenturms ersetzt werden. Die Sa­nierung, die Anfang Februar startete, konnte ein paar Wochen ­früher als ursprünglich geplant abgeschlossen werden. Dafür war die Revision mit rund 350 000 Franken knapp 60'000 Franken teurer als veranschlagt. Letztmals wurde der Zytgloggeturm 1983 saniert.

Bären in anderer Reihenfolge

Er könne sich nicht erinnern, je einmal am Zytgloggeturm vorbeigekommen zu sein, ohne einer gespannt wartenden Menschentraube zu begegnen, sagt Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried. «Darum freue ich mich sehr, dass der Zytglogge nun wieder in neuem Glanz erstrahlt, der Hahn kräht und die Bären ihren Reigen tanzen.»

Was aber den wenigsten auffallen wird: Die Bären tanzen ihren Reigen jetzt in einer anderen Reihenfolge, als sie dies vor der Sanierung machten. «Jetzt ist die Reihenfolge wieder wie Anfang des 17. Jahrhunderts», sagt Jean-Daniel Gross, Denkmalpfleger der Stadt Bern. Die Reihenfolge wechselte über die Jahrhunderte immer wieder.

Berner Zeitung

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