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Zusatzjahr für die Brache Warmbächli

Der Bau der Wohnsiedlung Holliger auf dem Areal der ehemaligen Kehrichtverbrennung verzögert sich. Deshalb bleibt die Zwischennutzung auf der Brache Warmbächli noch bis September 2020 bestehen.

Jessica King
Hinten wird das Lagergebäude umgebaut, vorne bleibt die Zwischennutzung. Foto: Adrian Moser
Hinten wird das Lagergebäude umgebaut, vorne bleibt die Zwischennutzung. Foto: Adrian Moser

Das Abschlussfest der Brache Warmbächli ist nicht mal eine Woche her. Am vergangenen Wochenende feierte der Verein mit Konzerten, Tango und Poetry-Slam das Ende von vier Jahren Zwischennutzung. Nun jubelt er in fetten Buchstaben auf seiner Website: Ja, auch 2020 wird es die Brache geben!

«Auch für uns kam die Nachricht überraschend», sagt Mario Bernhard vom Verein Warmbächli-Brache. Weil sich der Bauprozess verzögert, kann der Verein die Brache bis September 2020 zwischennutzen. Es wird also ein weiteres Säbeli Bum, ein weiteres Craft-Beer-Festival geben. Und ein weiteres Abschlussfest.

Um eine neue Baubewilligung muss sich der Verein nicht kümmern – die aktuelle läuft noch zwei Jahre. «Wir rechneten nicht mit einer nochmaligen Verlängerung der Zwischennutzung», sagt Bernhard. «Aber wir wollten für den Fall gewappnet sein, zumal eine Baueingabe sehr aufwendig ist.»

Verschobener Baubeginn

Verzögerung. Dieses Wort hört Martin Zulauf, Präsident der Infrastrukturgenossenschaft Holliger (ISGH), nicht gerne. «Alles läuft zurzeit nach dem Terminprogramm», sagt er. Die ISGH koordiniert unter anderem zwischen den sechs gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften, die auf dem Areal der ehemaligen Kehrichtverbrennung sechs verschiedene Gebäude bauen. Als die ISGH vor eineinhalb Jahren mit dem Verein die Zwischennutzung vereinbarte, hat sie den Baubeginn auf dem Gebiet der Brache auf Frühling 2020 geschätzt.

«Rückblickend nicht realistisch», sagt Zulauf. «Wir dachten, dass es bei Architekturwettbewerben und Baueingaben kürzere Fristen geben würde.» Das letzte Gebäude der Wohnsiedlung Holliger soll aber unverändert Ende 2023 bezugsbereit sein, betont er.

Solche Verschiebungen hat es beim Holliger-Projekt immer wieder gegeben. Ganz am Anfang, als 60 Personen im Mai 2013 die Wohnbaugenossenschaft Warmbächli gründeten, glaubten sie, 2017 einziehen zu können. Der Spatenstich fand aber erst vor zweieinhalb Monaten statt. «Einen langen Schnauf» hätten die Beteiligten benötigt, sagt Tobias Willimann von der Genossenschaft. «Einige haben seit der Gründung neue Partner kennen gelernt, Kinder bekommen, diese eingeschult – und wollen jetzt nicht mehr zügeln.» Es gebe auch Genossenschafter, die mittlerweile über 80 Jahre alt sind und auf einen Einzug in Zukunft verzichten wollen.

Statische Probleme

Auf die Gründe für die Verspätung angesprochen, zählt Willimann viele technische Begriffe auf. Statische Probleme, neue Berechnungen des Bauingenieurs. «Übliche Probleme bei solch komplexen Projekten.» Frustriert sei er nicht. «Wir haben die Zeit genutzt, um uns als Genossenschaft besser aufzustellen.» Martin Zulauf von der ISGH spricht von schwierigen Verhandlungen bei den Baurechtsvergaben, bei denen früher viel Zeit verloren gegangen sei. Zum Teil hätten sie auch eine politische Bremse gespürt, als Alexandre Schmidt (FDP) zuständiger Gemeinderat war.

Den Bauauftakt machte die Genossenschaft Warmbächli im August – mit dem Umbau des ehemaligen Tobler-Lagergebäudes. «Ich habe schon ein paarmal gedacht, dass es keine weiteren Verzögerungen geben wird», sagt Willimann. «Die Chancen werden immer grösser, dass es jetzt stimmt.»

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