Zurück in die Zukunft an der BEA

Mit der neuartigen Attraktion «VRalive» kann man an der BEA in fremde Welten eintauchen. Das Fazit des Selbstversuchs: Ist man erst drin im Spiel, löst man sich nur noch ungern davon.

In einer anderen Welt. Spielerin im VR-Raum.

In einer anderen Welt. Spielerin im VR-Raum. Bild: Christian Pfander

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Selbstsicher lege ich meine Hand auf das Podest, das den Lift in Gang setzt. Das erste Rätsel habe ich gelöst – es war zwar etwas knifflig, aber nach einigen Ver­suchen habe ich es geschafft, aus dem Gefängnis auszubrechen. Jetzt bin ich bereit für mehr. Die hölzerne Plattform unter mir fängt an zu ruckeln, und der Lift fährt langsam in die Tiefe.

Erstaunt drehe ich mich um die eigene Achse: Ich befinde mich in einer riesigen Eishöhle. Die Wände glitzern im Licht, Eiszapfen hängen von der Decke, und ein kalter Windhauch weht mir entgegen. Der Lift bleibt holpernd neben einer Plattform aus Eis stehen. Daneben, abgelegt auf einem Eisbrocken, erspähe ich einen Pfeilbogen. Voller Tatendrang trete ich aus dem Lift auf das Eis, schnappe mir den Bogen und mache mich daran, das zweite Rätsel zu lösen.

Etwa fünf Minuten später nimmt mir ein Messehelfer die Brille vom Kopf und reisst mich aus meinem Abenteuer. Ich stehe nicht mehr in der Eishöhle, sondern auf einem mit Kies ausgelegten Podest, umgeben von schwarzen Vorhängen. Durch einen Spalt dringt Licht herein, in der Ferne lachen Kinder. Ich bin keine unerschrockene Abenteurerin mehr, sondern eine BEA-Besucherin. Die neue Attraktion, genannt «VR­alive», hat mich für 15 Franken rund zwanzig Minuten lang in eine andere Welt entführt.

Ein 4-D-Erlebnis

Wer in diese virtuelle Realität eintauchen will, darf sich nicht von der Technik einschüchtern lassen. Diese wirkt im ersten Moment beängstigend: Als Spielerin werde ich von den Hostessen regelrecht ausgerüstet. Sie schnallen mir einen Gurt um die Hüften, drücken mir zwei Controller in die Hände und stülpen mir die klobige und schwere Brille über den Kopf. Dafür werde ich schnell belohnt: Die holografischen Linsen im Inneren der Brille schalten sich ein, und ich tauche tief in die Spielewelt ein.

Auch für erfahrene Virtual-Reality-Brillenträger bietet die Attraktion an der BEA viel Neues. Ich beispielsweise kenne die Brillen von zu Hause. Dort kann ich mich aber nicht ­bewegen, sondern nur umsehen – was rasch zu einem flauen Magen führt. An der BEA hingegen bietet sich mir eine Fläche von vier auf vier Metern, die ich nutzen kann. Von Übelkeit keine Spur. Auch Angst, gegen einen Pfosten zu rennen, habe ich nicht; dafür müsste ich in den virtuellen Abgrund springen. Am meisten überzeugt mich das 4-D-Erlebnis: Wärmestrahler und Ventilatoren sorgen für die passende Temperatur, und auch mein Geruchssinn wird miteinbezogen.

Konkurrenz für das Riesenrad

Zweieinhalb Monate hat es gedauert, diese Flut an Sinneseindrücken zu konzipieren. Die Köpfe hinter der Attraktion gehören zur Firma Wion aus Basel. Sie sitzen an einem Pult neben der Plattform und schauen mir beim Spielen zu, geben mir Tipps und sorgen dafür, dass meinem Körper nichts passiert, während sich mein Geist mit der virtuellen Welt beschäftigt.

Während die virtuelle Realität für die Programmierer zum Alltag gehört, führt die Bernexpo AG mit «VRalive» ein Experiment durch. «Wenn sich das Angebot bewährt, möchten wir es auch für künftige Ausstellungen nutzen und den VR-Raum das ganze Jahr für Besucher öffnen», sagt Andreas Schrag von der Bernexpo AG.

Draussen fällt mein Blick auf das Riesenrad, welches bisher zu meinen BEA-Highlights gehörte. Seit heute hat dieses harte Konkurrenz. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.05.2018, 08:31 Uhr

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