Zieglerspital schliesst einen Monat früher

Bern

Statt wie bisher geplant Ende September, geht das Spital Ziegler bereits Ende August zu. Die Stadt Bern hofft nach wie vor, dass es anstelle des Spitals eine Asylunterkunft geben wird.

  • loading indicator
Markus Ehinger@ehiBE

Dass das Zieglerspital geschlossen wird, ist seit Ende 2014 bekannt. Im März hiess es, dass es Ende September seine Pforten schliesst und die Dienstleistungen künftig im Spital Tiefenau angeboten werden. Gestern hat die Spital Netz Bern AG mitgeteilt, dass das Ziegler bereits einen Monat früher schliesst. «Der Umzug des Spitalbetriebs vom Spital Ziegler ins Spital Tiefenau läuft nach Plan. Ab 28. August, 12 Uhr – einen Monat vor der Zeitvorgabe –, werden sämtliche Ziegler-Patienten im Stadtspital Tiefenau behandelt», heisst es in der Mitteilung. Der grösste Teil des Umzugs sei abgeschlossen.

Kündigungen ohne Einfluss

Das Zieglerspital geriet in den letzten Monaten immer wieder in die Schlagzeilen. Bereits als 2013 der Zusammenschluss der öffentlichen Spitäler der Region Bern mit den beiden Stadtspitälern Tiefenau und Ziegler und dem Inselspital konkreter wurde, machte sich offenbar vor allem in den beiden Stadtspitälern Unmut beim Personal breit.

In den vergangenen zwei Jahren haben 90 Prozent der Kaderärzte in den beiden Spitälern gekündigt: Chirurgen, Radiologen Kardiologen, Orthopäden, Geriater. Darunter waren viele renommierte Spezialisten. Die meisten wechselten an Privatspitäler in Stadt und Region Bern. Viele Chefärzte nahmen «ihr» Personal mit, Pflegende, Therapeuten und Sekretärinnen. Der Massenexodus hält an. Allein in die kleine Privatklinik Siloah in Gümligen wechselten dieses Jahr 150 Ärzte und Pflegende aus dem Zieglerspital.

Wegen dieses Massenexodus könnte der Eindruck aufkommen, dass das Zieglerspital einen Monat früher als geplant schliesst, weil zu wenig Personal vorhanden ist. Das dementiert Markus Hächler, Sprecher der Spital Netz Bern AG. Mit den Abgängen habe die frühere Schliessung des Spitals Ziegler nichts zu tun. «Die Kapazitäten im Spital Tiefenau sind bereits jetzt vorhanden. Die Dienstleistungen können zum Teil schon heute angeboten werden», sagt Hächler.

Chance für Asylunterkunft

Der Boden und die Liegenschaft gehen nach der Schliessung zurück an die Gemeinde Bern, da der Boden einst im Baurecht abgegeben wurde. Stadt und Kanton planen im künftig leeren Spital eine Asylunterkunft. Die Stadt ist mit dem Kanton in Gesprächen. «Momentan müssen zonen- und planungsrechtliche Fragen geklärt werden», sagt Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB). Ausserdem müsse geklärt werden, wie das mit dem Heimfall, also dass das Areal des Zieglerspitals an die Stadt Bern zurückgeht, vonstatten geht.

«Dass das Zieglerspital nun einen Monat früher als geplant schliesst, heisst für uns, dass wir über diese Fragen umgehend Klarheit haben wollen und müssen», sagt Teuscher. «Für mich ist es klar und erste Priorität, dass eine solche Liegenschaft nicht einfach leer stehen darf. Wir haben gerade im Asylbereich dringendsten Bedarf, den es nun möglichst rasch zu decken gilt.» Wegen administrativer Abklärungen dürfe es keinen Aufschub geben.

Gespräch geplant

Finanzdirektor Alexandre Schmidt (FDP) ärgert sich darüber, dass die Stadt via Medien von der vorzeitigen Schliessung des Zieglerspitals erfahren hat. Im?August sei nun ein Gespräch zwischen Stadt und Spital Netz Bern AG geplant. «Mit der Schliessung steht das Spital bei weitem noch nicht leer», sagt Schmidt. Ob die Spital Netz Bern AG das Zieglerspital noch weiter benötigt, sei eine der Fragen, die man noch klären müsse. «Wir sind auf jeden?Fall gewillt, gute Lösungen fürs Spital und die Stadt zu finden.»

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...