Zieglerspital ist noch nicht sofort frei

Bern

Zwei Vorstösse fordern, dass das im Herbst schliessende Zieglerspital als Asylunterkunft genutzt werden soll. Doch das Gebäude wird noch länger gebraucht, als bisher angenommen.

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Ende September schliesst das Zieglerspital seine Pforten. Danach soll es als Asylunterkunft genutzt werden. Das fordert die GLP auf Kantonsebene und die SP auf städtischer Seite mit politischen Vorstössen. Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP) und Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) unterstützen die Motionen, da im Sommer erneut viele Asylbewerber erwartet werden.

So einfach, wie bisher angenommen, dürfte aber die Umnutzung des Zieglerspitals nicht werden. Zwar sollen der Boden und die Liegenschaft nach der Schliessung zurück an die Gemeinde Bern gehen, da der Boden einst im Baurecht abgegeben wurde. Aber nicht sofort. «In beschränktem Umfang werden die Gebäude auch über den 30. September noch für eine gewisse Zeit genutzt», sagt Monika Kugemann, Sprecherin der Spital Netz Bern AG, zu der das Zieglerspital gehört.

Per 1. Oktober noch nicht zur Verfügung

Das Spital Ziegler sei per 1. Oktober 2015 nicht leer und stehe auf diesen Zeitpunkt hin nicht für eine Nachnutzung zur Verfügung. «Wann eine Nachnutzung möglich sein wird, kann zurzeit noch nicht beurteilt werden.» Somit würden die Gebäude nicht automatisch auf den Zeitpunkt der Schliessung des Spitals an die Stadt Bern zurückfallen. Der sogenannte Heimfall werde Gegenstand von Absprachen und Verhandlungen mit der Stadt sein.

Stadt Bern gegen Bundeszentrum

Die Berner Stadtregierung kann sich laut Gemeinderat Alexandre Schmidt ein Durchgangszentrum vorstellen, nicht aber ein Bundesasylzentrum. «Wir haben im Gemeinderat entschieden, dass wir kein Bundeszentrum wollen», wird der Stadtberner Gemeinderat Alexandre Schmidt am Dienstagnachmittag in einem Interview mit dem «Bund» zitiert. Dafür wäre die Stadt nicht geeignet.

Für eine Zwischennutzung als Durchgangszentrum wäre das Spital laut Schmidt aber ideal: «Oberirdisch, Verpflegung, sanitäre Anlagen, Betten - alles ist da.» Es stelle sich die Frage, in welchem Zustand und zu welchem Preis das Gebäude an die Stadt zurückfalle. Zudem müssten zuerst die gesamte Spitalinfrastruktur zurückgebaut werden.

Berner Zeitung

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