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Wyss’ Abgang eröffnet Karrierechancen

Wen man auch fragt: Ausschliessen will die Ambitionen auf ein Gemeinderatsamt noch niemand.

In einem Interview zur Bilanz des vergangenen Sommers liess Ursula Wyss am Dienstag (23.10.2018) die Bombe platzen: Sie wird 2020 nicht für eine weitere Legislatur im Berner Gemeinderat kandidieren.Raphael Moser
In einem Interview zur Bilanz des vergangenen Sommers liess Ursula Wyss am Dienstag (23.10.2018) die Bombe platzen: Sie wird 2020 nicht für eine weitere Legislatur im Berner Gemeinderat kandidieren.Raphael Moser
Raphael Moser
Dieser Entscheid dürfte auf die Wahlen im Januar 2017 zurückzuführen sein, als Wyss das Stadtpräsidium Alec von Graffenried (GFL) überlassen musste.
Dieser Entscheid dürfte auf die Wahlen im Januar 2017 zurückzuführen sein, als Wyss das Stadtpräsidium Alec von Graffenried (GFL) überlassen musste.
Andreas Blatter
Dafür gelang ihr ein Jahr später ein Glanzresultat. Ursula Wyss wurde mit dem besten Resultat in den Berner Gemeinderat gewählt.
Dafür gelang ihr ein Jahr später ein Glanzresultat. Ursula Wyss wurde mit dem besten Resultat in den Berner Gemeinderat gewählt.
Andreas Blatter
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Der Rückzug von Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) per Ende 2020 eröffnet Mitgliedern ihrer Partei unvermittelt Karrierechancen, die eben noch in eher ferner Zukunft lagen. Jetzt, da es einen frei werdenden Gemeinderatssitz zu verteidigen gilt, dürfen sich städtische Sozialdemokratinnen fragen, ob sie dieses Amt reizt und ob sie es sich zutrauen. Denn eines wird kaum jemand bezweifeln: Neben Finanzdirektor Michael Aebersold wird die SP mit einer Frau antreten.

Mögliche Kandidatinnen, die gestern von dieser Zeitung nach Ambitionen gefragt wurden, betonten zunächst geschlossen, wie sehr sie Wyss’ Entscheid bedauerten – und dass dieser noch frisch sei und sie sich noch nicht ernsthaft Gedanken machen konnten, was das für sie selber bedeuten könnte.

Auf fast schon kitschige Weise tat dies Nationalrätin Nadine Masshardt, als sie sagte: «Es ist nicht der Zeitpunkt, um über mögliche Nachfolgerinnen zu reden – im Zentrum steht heute, was Ursula Wyss alles bewirkt hat und noch bewirken wird.» Selber schliesse sie heute «nichts per se aus», was umgekehrt bedeute, dass sie «durchaus offen» sei.

Ein anderer grosser Name, Flavia Wasserfallen, Nationalrätin und frühere Grossrätin, Co-Präsidentin SP Stadt Bern und Co-Generalsekretärin der SP Schweiz, mag eine Kandidatur heute ebenfalls nicht ausschliessen: «Logisch winkt man bei so etwas nicht gleich ab. Aber diese Gedanken mache ich mir später.» Gleichzeitig betont sie, dass sie gerade erst im Nationalrat angekommen sei und «Freude an dieser Funktion» habe.

Grossrätin Ursula Marti, die kürzlich ihren Rücktritt als Kantonalpräsidentin angekündigt hat und 2012 als Stadtratspräsidentin amtete, lehnt sich am weitesten aus dem Fenster: «Es ist effektiv so, dass mich das Gemeinderatsamt reizen würde.» Das sei indes noch keine Zusage, beeilt sie sich zu ergänzen. Aber: «Ich werde mir sehr ernsthaft überlegen, ob ich mich in diese Ausmarchung begeben will.»

Sich Gedanken machen über das «spannende Amt», noch nichts ausschliessen: Das sagen auch Alt-Stadtratsfraktionschefin Annette Lehmann, Alt-Grossrätin und -Stadtratsfraktionschefin Giovanna Battagliero oder Co-Stadtratsfraktionschefin Marieke Kruit. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass zunächst eine Findungskommission eingesetzt wird und noch mehr als ein Jahr vergeht, ehe die SP ihre Kandidaturen für die Gemeinderatswahlen 2020 nominieren wird. Das Karussell wird bald einmal schneller drehen – vorerst dürfen fast alle mal eine Runde darauf drehen.

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