Wohnen statt gärtnern

Köniz

Die frühere Gärtnerei Weber vis-à-vis des Freibads Köniz erhält ein komplett neues Gesicht: Die Treibhäuser und das Wohnhaus der Gärtnerei werden abgerissen. Sie machen einer Überbauung Platz.

Das Gärtnereiareal heute: Die Treibhäuser in der Mitte und das rechts angrenzende Wohnhaus (leicht von einem Baum verdeckt) weichen drei Mehrfamilienhäusern.

(Bild: Andreas Blatter)

Lucia Probst

Eins ums andere reihen sie sich aneinander. Seit Ende 2013 stehen die gläsernen Treibhäuser der Gärtnerei Weber in Köniz leer. Wild wachsende Pflanzen erobern das Terrain. Und zahlreiche Schmetterlinge flattern durch die Luft. Robert Weber steht in einem kleinen Nebengebäude, in dem er früher Pflanzen pflegte und verkaufte. Vor allem Zierpflanzen und Blumen waren zuletzt die Spezialität des Familienbetriebs, der 1909 gegründet wurde.

Bald wird das Areal komplett anders aussehen. Die Gewächshäuser werden zwei Wohnhäusern weichen, die eine Investorin erstellen wird. Man verhandle mit einer Pensionskasse und sei dabei auf der Zielgeraden angekommen, sagt Robert Weber. Ein drittes Mehrfamilienhaus will die Familie Weber selber bauen – da, wo heute ihr altes Wohnhaus steht. Sieben Wohnungen soll es haben. Insgesamt werden auf dem Areal rund vierzig Wohnungen entstehen. Laut Weber werden es 2- bis 4-Zimmer-Mietwohnungen im mittleren Preissegment sein. Wie viel er und die Pensionskasse in die Bauten investieren, lässt Weber offen.

Gewächshaus als Garage

«Wir haben schon Pläne für die Gebäude», sagt Robert Weber. Jetzt gehe es darum, diese detailliert auszuarbeiten. Alle drei Häuser werden vom gleichen Architekten geplant. Überhaupt soll das ganze Projekt in enger Koordination zwischen Webers und der Pensionskasse realisiert werden. Was seinen Teil angeht, ist es Robert Weber wichtig, auch Elemente zu erhalten, die an die Vergangenheit des Areals erinnern. So soll ein Gewächshaus zum Unterstand für Autos umfunktioniert werden. Weber zeigt zudem auf die alte Laube am Wohnhaus und sagt: «Das Holz möchten wir in irgendeiner Art wiederverwenden.»

Wegen des Bauprojekts werden Webers vom Areal wegziehen – um dann wieder zurückzukehren. Sie haben in Köniz eine Zwischenlösung gefunden. Ziel sei es, nun möglichst rasch das Baugesuch einzureichen, sagt Robert Weber. Der Baustart ist für Anfang 2016 vorgesehen, die Bauzeit betrage dann gegen zwei Jahre, schätzt Weber.

Schon in der Wohnbauzone

Robert Weber und seine Frau haben die Gärtnerei in vierter Generation geführt. Doch von den beiden Söhnen wollte keiner das Geschäft übernehmen. Und um es zu verpachten, hätte man investieren müssen. Es schien der Familie schliesslich die beste Lösung, aufzuhören und einen Teil des Areals zu verkaufen. «Interessenten gab es sehr viele», sagt Robert Weber. «Wir wissen, dass wir mit dem Terrain hier einen Schatz haben, und wollen mit ihm entsprechend sorgfältig umgehen.» Wichtig ist ihm, dass beim Bauen auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Das Areal gehört schon jetzt zur Wohnzone, in der dreigeschossige Gebäude mit Attiken erlaubt sind. Es liegt gut erschlossen am Rande des Könizer Zentrums. So sagte auch Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) unlängst, die Gemeinde würde es sehr begrüssen, wenn das Gebiet an dieser guten Lage entwickelt würde.

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