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Wohlensee: Seepolizei-Bootshaus soll ans andere Ufer

Der Kanton musste ein erstes Projekt für ein neues Bootshaus der Seepolizei wegen des grossen Widerstands in Hinterkappelen aufgeben. Jetzt hat er auf Stadtboden einen alternativen Standort gefunden.

Blick vom Stegmattsteg in Richtung Kappelenbrücke: So soll das neue Bootshaus in die Landschaft integriert werden.
Blick vom Stegmattsteg in Richtung Kappelenbrücke: So soll das neue Bootshaus in die Landschaft integriert werden.
PD

Die Seepolizei auf dem Wohlensee braucht dringend ein neues Bootshaus. Der bisherige Standort in der Inselrainbucht Hinterkappelen ist verlandet und nicht mehr zugänglich. Die Seepolizei ist deshalb in Privatliegenschaften eingemietet. Das Material müsse dezentral gelagert werden, bei Einsätzen könne wertvolle Zeit verloren gehen, erklärte Jürg Bissegger, Einsatzleiter bei der Kantonspolizei.

Die Suche nach einem neuen Platz gestaltetet sich aber schwierig und langwierig. Ein erstes Projekt in Hinterkappelen scheiterte vor gut zwei Jahren am grossen Widerstand aus der Bevölkerung.

In der engeren Auswahl

Gestern Abend haben die Verantwortlichen der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion sowie der Kantonspolizei der Bevölkerung in Hinterkappelen den alternativen Standort präsentiert. Er liegt auf Boden der Stadt Bern zwischen Campingplatz Eymatt und Wohlensee, westlich des Stegmattstegs. Die Parzelle gehört der Stadt Bern. Der Kanton pachtet das Grundstück.

Hier befindet sich der neue Standort für das Bootshaus. Quelle: Kanton Bern
Hier befindet sich der neue Standort für das Bootshaus. Quelle: Kanton Bern

Der neue Standort war schon vor zwei Jahren in der engeren Auswahl. Die Variante Hinterkappelen mit der Nähe zum Polizeiposten erhielt damals jedoch den Vorzug. Nachdem dieser wegen des Widerstands durchgefallen war, hat sich der Kanton auf das gegenüberliegende Ufer konzentriert. Dort ist ebenfalls eine gute und schnelle Zufahrt gewährleistet. «Wir können es unmöglich allen recht machen. Es gibt Interessenkonflikte», sagte Kantonsbaumeister Angelo Cioppi.

Projekt «optimiert»

Der Kanton hat das ursprüngliche Projekt leicht abgeändert und «optimiert». So wird auf einen Hebekran verzichtet, um die Boote aus dem Wasser zu holen. Das habe vor allem ästhetische Gründe, sagt Angelo Cioppi. Das Bootshaus werde damit weniger hoch und füge sich besser in die Uferlandschaft ein. «Es gehen keine Bootsplätze verloren», betonte Angelo Cioppi.

Für das Projekt in der Uferschutzzone braucht es verschiedene Ausnahmebewilligungen. Die Abklärungen bei den Fachstellen, den betroffenen Kreisen und dem Regierungsstatthalter seien gemacht worden, sagte Angelo Cioppi. Aufgrund der Rückmeldungen sei das Vorhaben auf gutem Weg. Der Regierungsstatthalter habe die Bewilligung in Aussicht gestellt.

Das Baugesuch wird voraussichtlich im Dezember eingereicht. Der Baustart ist im Spätherbst 2019 vorgesehen. Anfang 2020 soll das neue Bootshaus betriebsbereit sein. Der Kanton rechnet mit Grobkosten von rund 900'000 Franken. Das heutige Bootshaus wird zurückgebaut.

Das Projekt erhielt am Infoabend meist gute Noten, es sei ausgewogen und besser als jenes am anderen Ufer. Die Fragen drehten sich um zwei Punkte: die Verkehrserschliessung und den Naturschutz. Denn der genaue Standort der Parkplätze ist noch nicht definiert. Klar ist, dass es keine asphaltierte Zufahrt bis zum Bootshaus geben wird. Eine Biologin wies darauf hin, dass genau in jenem Bereich eine gefährdete Libellenart vorkomme.

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