Wofür steht das M von RGM?

Die Politikwissenschaftler von Smartvote haben die Stadtberner Parteien auf einer politischen Landkarte verortet. Auffallend: Die RGM-Liste – das M steht eigentlich für Mitte – ist sogar noch weiter von der Mitte entfernt als die SVP-Liste.

Der Duden definiert die politische Mitte wie folgt: «Partei, Gruppierung zwischen rechts und links.» Viele politische Parteien und Bündnisse nehmen für sich in Anspruch, die Mitte zu repräsentieren. So auch das Stadtberner Erfolgsbündnis RGM mit SP, GB und GFL. Das M von RGM steht eigentlich für die politische Mitte.

«So weit kommts noch, dass Smartvote uns sagt, wo die politische Mitte liegen soll.»Alec von Graffenried, GFL

Doch die Smartmap der Online-Wahlhilfe smartvote zeigt ein anderes Bild: RGM ist politisch weit weg von der Mitte. Selbst der rechteste RGM-Kandidat Alec von Graffenried (GFL) ist auf der Links-rechts-Achse nur um einen halben Quadranten näher an der Mitte als SVP-Kandidat Rudolf Friedli.

Fazit: Die GFL ist gemäss Smartvote keine Mittepartei im herkömmlichen Sinn. «Unsere Auswertungen zeigen, dass die GFL weiter links steht als die ­an­deren Mitteparteien», sagt Michael Erne, Politikwissenschaftler bei Smartvote. «Das M bei RGM hat wohl eher historische Gründe als realpolitische.»

Dennoch hält Erne im Bezug auf Alec von Graffenried fest: «Er ist deutlich weiter in Richtung rechts und Richtung liberal positioniert als die anderen RGM-Kandidaten.»

Von Graffenrieds Kritik

Alec von Graffenried selbst kann der Smartmap nur wenig abgewinnen:

Video: Claudia Salzmann

Ausserdem sei seine Partei in der Stadt Bern sehr wohl in der Mitte, findet er. Dies, weil der politische Block links der GFL zahlenmässig etwa ähnlich gross sei wie derjenige rechts von ihr.

Als «historisch gewachsen» bezeichnet GFL-Präsidentin Brigitte Hilty das «M» von RGM. «Bei der Gründung des Bündnisses repräsentierten LdU und EVP die politische Mitte.» Das «M» sei trotzdem auch heute noch richtig und wichtig. «Es steht für unsere Dialog­bereitschaft und unsere Bemühungen, mit den aktuellen Mitte-parteien zusammenzuarbeiten.»

Stadtrat: Homogene Linke

Bei den Stadtrats-Kandidaten sind die Listen von SP und GB sehr homogen. Sprich: Man ist sich inhaltlich einig. Bei den übrigen Parteien ist die Streuung grösser. «Die FDP streut vor allem auf der Links-rechts-Achse und die CVP primär auf der Liberal-konservativ-Achse», stellt Erne fest. Die übrigen Parteien «streuen» auf beiden Achsen gleichmässig.

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