Wislepark: Jedes Jahr eine Million

Worb

Die Sanierung der Sportzentrum AG, die den Wislepark betreibt, wird teurer als vorgesehen. Der Worber Gemeinderat schlägt vor, dass jährlich knapp eine Million Franken einfliessen soll. Bleibt dieser Betrag aus, droht der Konkurs.

Das Sport- und Freizeitzentrum Wislepark in Worb (Archivbild).

Das Sport- und Freizeitzentrum Wislepark in Worb (Archivbild).

(Bild: Urs Baumann)

Jährlich zahlt Worb 400'000 Franken an den Wislepark – für die Eishalle und das Schwimmbad, aber nicht für das Restaurant, den Fitness- und den Wellnessbereich. Schon lange ist klar: Das ist zu wenig. Die Sportzentrum AG mit Gastronomie, Fitness und Wellness erwirtschaftet mittlerweile schwarze Zahlen.

Auch der Betrieb des Schwimmbads und der Eishalle ist gesichert. Der Haken: Für Sanierungen oder Anlagen, die ersetzt werden müssen, ist kein Geld vorhanden. Rückstellungen dafür waren seit Jahrzehnten nie gemacht worden.

2014 Nein an der Urne

Gemeinderat und Parlament wollten den Betrag 2014 deshalb auf 800'000 Franken erhöhen. Die Stimmberechtigten lehnten es ab. Seither werden Lösungen gesucht, wie der Wislepark langfristig finanziert werden kann. Und es ist dringend: Erhält die AG nicht zusätzlich Geld, «wird die Sportzentrum AG Ende 2017 ­voraussichtlich zum Sanierungsfall», heisst es in den Unterlagen für die Sitzung des Parlaments vom 18. Dezember, das dann zum neuen Sanierungsvorschlag Stellung beziehen muss.

Im Vorfeld hat der Gemeinderat den externen Betriebsfachmann Beat Büschi berechnen lassen, wie hoch die Gemeinde­beiträge sein müssen, damit der Wislepark überleben kann. «Wir wollten Zahlen erhalten, die nicht politisch gefärbt sind», sagt Gemeindepräsident Niklaus Gfeller (EVP). Fazit: Es brauche nicht 700'000 Franken pro Jahr für die Rückstellungen, sondern 780'000 Franken. Und die Gemeinde soll auf den Zins für ein Darlehen von jährlich 128'000 Franken verzichten. Total sind dies also 908'000 Franken.

Stellt sich das Parlament hinter den Vorschlag des Gemeinde­rates, kommt im Mai 2017 eine entsprechende Vorlage vors Volk. Die grosse Frage: Werden die Stimmberechtigen einen noch höheren Beitrag als 2014 gut­heissen? Niklaus Gfeller ist zuversichtlich: Die Ausgangslage sei jetzt anders. Man wisse besser Bescheid über die Kosten der Anlagen.

Dazu kommt: Die 780'000 Franken der Gemeinde gehen nicht direkt an die Sportzentrum AG, sondern in eine Spezialfinanzierung, eine Art Fonds, der nur dafür bestimmt ist, die Eishalle und das Schwimmbad zu sanieren. Der Gemeinderat könnte so auf Antrag des Sportzentrum­verwaltungsrates Geld für notwendige Arbeiten freigeben.

Verkauf oder Konkurs?

Sollte die Abstimmung im Mai bachab gehen, sieht die Zukunft des Wisleparks düster aus. In den GGR-Unterlagen werden verschiedene Szenarien dargelegt. Die Anlage könnte zum Beispiel in einen Gemeindebetrieb überführt werden. Andere Optionen sind ein Konkurs, eine teilweise Stilllegung oder der Abbruch und Verkauf des Areals als Bauland.

Fragen bei der FDP

Auf den Wislepark verzichten möchte aber kaum jemand in Worb. Schwimmbad, Eishalle und der neue Zwischentrakt sind vielen ans Herz gewachsen. «Wir wollen den Wislepark», stellt auch Erwin Kämpfer, Fraktionspräsident der FDP, klar. Offen sei bei seiner Partei aber noch die Frage, wie er finanziert werden müsse. Die Gemeindebeiträge durch eine Spezialfinanzierung zu regeln, sei nachvollziehbar. «Zu diskutieren gibt bei uns, dass die Verwendung des Geldes nicht vom Parlament abgesegnet werden müsste.»

Der Verwaltungsrat der Sportzentrum AG stehe hinter dem Vorschlag des Gemeinderates, sagt Präsident Rolf Nöthiger. Die Worber müssten sich entscheiden, ob sie die Eishalle und das Schwimmbad wollten oder nicht. «Wenn die AG kein zusätzliches Geld erhält, trete ich zurück», sagt er. Dies sei keine Drohung. Aber: «Ich führe keine Firma in den Konkurs.»

Berner Zeitung

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